MAGISCHE ERFAHRUNGSBERICHTE
Die folgenden Berichte schildern Erlebnisse, die man mit den Begriffen ASTRALWAN- DERN, LUZIDES TRĂUMEN, ĂBER- oder AUSSERSINNLICHE
WAHRNEHMUNG umschrei- ben könnte. Die Begriffe an sich sind mir völlig egal; ich verwende sie nur, weil sie be- reits in Gebrauch sind. Genauso gut könnte ich auch von HOTZLIWUTZ, BĂHĂLIWĂ oder KABRSCHWQU sprechen, nur â verstehen
wĂŒrde mich keiner. Ich betone dies deshalb, weil ich nicht im Mindesten weiĂ, was da eigentlich vor sich geht, wenn ich z.B. von ASTRALWANDERN oder AUSSERSINNLICHER WAHRNEHMUNG spreche. Ich kann nur sagen, was ich tue, was ich erlebe,
was ich wahrnehme und wie ich dies alles interpretiere und einordne.
Die aufgefĂŒhrten Berichte beschreiben nur einen kleinen Teil meiner Erlebnisse, und zwar den Teil, den ich unmittelbar danach handschriftlich aufgezeichnet habe.
ASTRALREISEN
NĂ€chtliche Party
Angriff des Unsichtbaren 1
Angriff des Unsichtbaren 2
Flug zur Zimmerdecke
AuĂerkörperliche Erfahrung 1
AuĂerkörperliche Erfahrung 2
AuĂerkörperliche Erfahrung 3
Unfreiwillige Reise in drei verschiedene Welten
AuĂerkörperliche Erfahrung 4
AuĂerkörperliche Erfahrung 5
Der Besuch
TRAUMREISEN
PliozÀn
Mesozoikum
Talkessel
Vogelflug
MĂ€rchenland
Magischer Fuchs
Die Stadt in den Anden
Die fĂŒnf Traumhelfer
Das Hexen-Vampir-Monster
Wie zuverlÀssig sind Traumhelfer
GefĂŒhlte 30 Minuten
Shire Horses und Riesen
Ich laufe meinem Tod hinterher
Fass mich an
Zwei Tiger, Flugtraum, Traumpersonen
Der fliegende Berg
Zoom
Das weiĂe Schwein
Wach? Traum? Wachtraum? Aus der Traum!
Tasten und Riechen im Traum
Such den KĂ€se!
Traumschiff
Airboarding
ASTRALREISEN
NĂCHTLICHE PARTY/ Sommer 1982
Es ist Nacht. Ich liege im Bett, auf meiner linken Körperseite. Das Fenster steht weit offen, alles ist still. Doch plötzlich höre ich Stimmen. GelÀchter. Das Klirren von
GlÀsern, wie auf einer Party. Es klingt sehr nah, so als wÀren die PartygÀste im Zimmer. Deshalb schrecke ich hoch, um zu lauschen. Doch alles ist still. Ich lege mich wieder hin, um zu schlafen, doch kaum dass ich liege, beginnt der
LĂ€rm von Neuem. Wieder schrecke ich hoch, um zu lauschen. Und wieder ist alles still. Ich steh auf und geh zum Fenster, um zu lauschen, ob der LĂ€rm nicht von drauĂen kĂ€me. Aber es rĂŒhrt sich nichts. Im Gegenteil â es ist so still,
dass ich augenblicklich weiĂ, dass die Party, die ich hörte, nicht in der AlltagsrealitĂ€t stattfand. (zurĂŒck)
ANGRIFF DES UNSICHTBAREN 1/ Sommer 1982
Ich liege nachts im Bett, kurz vor dem Einschlafen,
und beobachte die Farbflecken, die vor meinen Augen tanzen und immer wieder neue Muster formen. Ich versuche, sie zu einem Bild zu ordnen. SchlieĂlich gelingt es mir. Ein Bild taucht auf, ein Film. Ich rase bei vollem BewuĂtsein mit
meinem Auto in den Traum hinĂŒber. Doch nach etwa 100 Metern taucht unerwartet eine Baustelle vor mir auf. Die StraĂe bzw. der Asphalt bricht plötzlich ab, so dass ich etwa 1 Meter nach unten falle.
Durch diesen Schock kehre ich
urplötzlich aus dem wachbewuĂten Traum scheinbar in die normale AlltagsrealitĂ€t zurĂŒck und spĂŒre mit panischem Entsetzen den festen Griff zweier MĂ€nnerhĂ€nde an meinem Hals und meiner Schulter. Ich spĂŒre den Griff so genau, dass ich
sogar die Hand- und Armhaltung des Mannes beschreiben könnte. Der Griff ist so fest und unnachgiebig, dass er etwas Zwingendes hat. Gleichzeitig fĂŒhle ich die Anwesenheit des Mannes so ĂŒberdeutlich, als wĂ€re er ein Mensch aus Fleisch
und Blut.
Eine lÀhmende Angst ergreift mich, und ich wage kaum zu atmen. Mir kommt der Gedanke, dass das Ganze nur Einbildung sein könnte. Deshalb versuche ich, nach rechts zu sehen, kann jedoch
meinen Kopf nicht bewegen. Auch durch einen Blick aus den Augenwinkeln heraus kann ich niemanden erkennen. Ich rede mir ein, dass ich nur meine Schulter bewegen mĂŒsse, um den Spuk zu beenden, doch sie rĂŒhrt sich keinen Millimeter. Durch diese Hilflosigkeit, dieses Ausgeliefertsein, spĂŒre ich die Anwesenheit dieser fremden Macht immer stĂ€rker. Doch dann kommt mir ein letzter Gedanke. âDu musst einen gewaltigen Schrei ausstoĂenâ, sage ich mir, âeinen Schrei, so laut wie nur möglichâ. Doch ich höre nur mein eigenes jĂ€mmerliches Wimmern, das sich unter stĂ€rksten Anstrengungen meiner Kehle entwindet. Aber es hilft. Der Spuk ist vorbei.
(zurĂŒck)
ANGRIFF DES UNSICHTBAREN 2/ 15. Januar 1984
Ich muss wohl getrÀumt haben, als ich durch einen lauten Angstschrei meiner Schwester (die sich in einem Zimmer einen Stockwerk tiefer befand) aus dem Schlaf geschreckt wurde.
Ich lag auf meiner linken Körperseite, allerdings etwa 2,5 Meter von meinem Bett entfernt, genau an der Stelle, wo sich eigentlich ein Schrank befindet. Man könnte also sagen, ich lag im Schrank. Gespannt horchte ich, um zu ĂŒberprĂŒfen,
ob es sich bei dem Schrei nicht um eine SinnestĂ€uschung gehandelt hatte. Dabei fiel mir auf, dass das Zimmer erfĂŒllt war mit GerĂ€uschen, die ich nicht einordnen konnte.
WĂ€hrend ich noch lauschte, fĂŒhlte ich plötzlich die
Anwesenheit einer âbösen Machtâ, die sich, durch zwei WĂ€nde von mir getrennt, einen Stockwerk tiefer, bei meiner Schwester aufhielt. Kaum hatte ich ihre Anwesenheit gespĂŒrt, wurde diese Macht auf mich aufmerksam, lieĂ von meiner
Schwester ab und kam durch die WĂ€nde hindurch direkt auf mich zu. Bevor sie mich erreichte, war mein Blickfeld kurz von einem gelben Licht erleuchtet. Dann spĂŒrte ich ihre Anwesenheit rechts ĂŒber mir, unheimlich und stark. Die Macht
schien das ganze Zimmer mit ihrer Ausstrahlung zu fĂŒllen; ihr Zentrum lag jedoch etwa 25 cm ĂŒber meiner rechten Taille. Ich fĂŒhlte nun ganz deutlich, dass dieses Wesen die Absicht hatte, in meinen Körper einzudringen. Dies versuchte
ich, mit aller Kraft zu verhindern.
Da dies nicht meine erste Begegnung dieser Art war, wusste ich, dass mir schon der Versuch eines lauten Schreies helfen konnte. Was jedoch meiner Kehle entfloh, war wieder nur ein jÀmmerliches
Wimmern. Aber es half. Der Spuk löste sich auf.
Als ich kurze Zeit spĂ€ter wieder im Bett lag, fiel mir der Sturm auf, der ums Haus wehte und allerlei GerĂ€usche verursachte. Dabei wurde ich das GefĂŒhl nicht los, dass dieses Wesen
irgendwie mit dem Sturm in Verbindung stand. (zurĂŒck)
FLUG ZUR ZIMMERDECKE/ 20. Januar 1984
Es war wieder etwa 1Uhr30, als ich plötzlich erwachte. Ich war bei vollem BewuĂtsein, befand mich aber wieder in dem recht merkwĂŒrdigen Zustand zwischen Wachen
und Schlafen. Eine Angst stieg in mir hoch, die sich gegen irgendetwas im Zimmer zu rich- ten schien. Gegen eine unsichtbare, böse Macht, die jedoch rÀumlich nicht so konzen- triert war, wie bei dem Erlebnis vom 15. Januar. Es schien
vielmehr so, als wĂ€re das ganze Zimmer lebendig bzw. von dieser dunklen Macht durchdrungen. Wie bereits bei meinen frĂŒheren Erlebnissen versuchte ich, den Angriff der Macht auf meinen Körper bzw. mein Bewusstsein abzuwehren und es
gelang.
Kurz darauf lag ich etwas entspannter und schaute zur Zimmerdecke. Da kam mir plötzlich der etwas abwegige Gedanke, hinauf zu schweben. Ein fast panisches Ent- setzen erfasste mich, als ich mich leibhaftig zur Decke erhob.
Ich sage leibhaftig, um zu verdeutlichen, dass ich es tatsĂ€chlich so wahrnahm. Ich fĂŒhlte und sah, wie mein physischer Körper zur Decke flog. Was allerdings nach den MaĂstĂ€ben des âgesunden Menschenverstandesâ mit mir oder meinem
Körper passierte, weiĂ ich nicht â ist mir, ehrlich gesagt, auch egal, weil ich mit dem sog. gesunden Menschenverstand nicht so viel am Hut habe.
Etwa einen halben Meter von der Decke entfernt wurde mir die Sache dann
doch zu heikel und ich konzentrierte mich darauf, schwerer zu werden. Es funktionierte und ich sank wieder nach unten.
WÀhrend ich nach diesem Erlebnis noch eine Zeitlang wach lag, hörte ich ein zischendes GerÀusch im linken
Ohr. (zurĂŒck)
AUSSERKĂRPERLICHE ERFAHRUNG 1/ 05. Februar 1984
Kurz nachdem ich erwachte, versuchte ich mich fast automatisch aus meinem phy- sischen Körper zu erheben. Es war so, als ob ich alle Muskelfunktionen, jedes GefĂŒhl der Schwere
einfach bewusst fallen lieĂe. Ich konnte zwar nichts sehen, aber es ĂŒberkam mich wieder dieses eigenartige GefĂŒhl der BedrĂ€ngnis. AuĂerdem nahm ich wahr, dass sich mein Körper etwa 1 Meter in die Höhe erhob. (zurĂŒck)
AUSSERKĂRPERLICHE ERFAHRUNG 2/ 20. Oktober 1984
Ich lag wach im Bett auf der linken Körperseite. Im Zimmer war es völlig dunkel. Far- bige Lichtflecken vor meinen Augen formten sich zur Gestalt eines Mannes, der vor ei- ner grĂŒnen
Hecke stand. Ich kam auf die Idee, in diese Vision einzutauchen und einen bewussten Traum zu erzeugen. Irgendwie gelang es mir und ich hatte den Wunsch, hoch zu schweben. In diesem Moment hörte ich ein Knistern und ein leises Knacken. Ich
nahm zunĂ€chst einen blassblauen Lichtschimmer wahr, der sich hinter mir in der oberen Zimmerecke befand; mehr konnte ich nicht erkennen. Nachdem ich mich ca. 50 cm ĂŒber das Bett erhoben hatte, drehte sich mein Körper wie ein Propeller
in der Waagerechten. Plötzlich glitt ich nach unten weg (in Richtung meiner FĂŒĂe, also waagerecht), um kurz darauf wieder still zu liegen. Mein Blick fiel auf meine Holztruhe. Daraus schloss ich, dass ich mich nach dem
Nach-unten-Weggleiten noch einmal gedreht hatte, so dass ich nun auf der rechten Körperseite lag, jedoch mit dem Kopf in die entgegengesetzte Richtung. Noch einmal versuchte ich, empor zu schweben, was aber durch einen starken Widerstand
sehr behindert wurde. Ich konzentrierte mich darauf, immer weiter hoch zu steigen, bis ich schlieĂlich in der Zimmerdecke versank. Dann wurde ich nach hinten (in Richtung Kopf) weg gesogen und sah, bis auf einen kleinen roten Lichtpunkt,
nichts mehr. (zurĂŒck)
AUSSERKĂRPERLICHE ERFAHRUNG 3/ 24. November 1984
WĂ€hrend eines Traumes, kam mir der Gedanke zu fliegen. Trotz Schwimmbewegungen konnte ich mich jedoch nicht in die Luft erheben. Daraufhin machte ich einen Versuch ohne
Schwimmbewegungen und hatte auch das GefĂŒhl des Schwebens. WĂ€hrenddes- sen trat mein Wachbewusstsein etwas stĂ€rker hervor und ich versuchte, mich mit halboffenen Augen zu orientieren und weiter nach oben zu steigen. Dabei sah ich das
GemĂ€lde auf der Wand hinter mir. Plötzlich begann ich, mich wie ein Propeller zu dre- hen. Dies geschah ohne Absicht. WĂ€hrend ich mich drehte, sah ich eine Reihe von ca. 7 WandgemĂ€lden hintereinander und zwar so, als wĂŒrde sich eines
aus dem anderen erheben. (zurĂŒck)
UNFREIWILLIGE REISE IN DREI VERSCHIEDENE WELTEN
05. Dezember 1984
Etwa gegen 15 Uhr legte ich mich ins Bett, um mich auszuruhen. Ich war körperlich sehr
erschöpft und versuchte deshalb, mich vollkommen zu entspannen. Mehrmals schlief ich ein und erwachte wieder, hatte wĂ€hrend des Schlafes mehrere TrĂ€ume und jedesmal beim Erwachen dachte ich: âDu solltest eigentlich wieder mal
aufstehen und etwas tun!â
In einem der TrÀume saà ich im Kino und sah mir einen Film an. Da ich mir bewusst war, dass ich trÀume, versuchte ich, im Traum nach oben zu schweben. Es gelang mir jedoch nicht besonders gut. Ich
wandt mich, torkelte in der Luft und machte irgend- welche Kapriolen. Vergeblich. SchlieĂlich versuchte ich, nach unten aus meinem Körper heraus zu sinken und befand mich mit einem Mal unter den KinogĂ€sten auf dem Boden liegend.
WĂ€hrend ich weiter probierte, mich von meinem physischen Köper zu entfer- nen, erwachte ich und fand mich etwa eineinhalb Meter ĂŒber meinem Bett schwebend. Sogleich fiel ich aber wieder wie ein Fetzen Stoff nach unten. Der Zusammenprall
mit dem physischen Körper war etwas unangenehm. Ich schien dabei zu vibrieren und zu zerreiĂen.
Nun lag ich also wach im Bett. DrauĂen dĂ€mmerte es bereits und ich konnte vom Bett aus den Himmel und die HĂ€user sehen (Anmerkung:
SpĂ€ter, in der AlltagsrealitĂ€t, stellte ich zu meiner Ăberraschung fest, dass dies vom Bett aus gar nicht möglich war. Um die HĂ€user zu sehen, hĂ€tte ich etwa eineinhalb Meter ĂŒber dem Bett schweben und mich etwa eineinhalb Meter in
Richtung meiner FĂŒĂe verschieben mĂŒssen.) WĂ€h- rend ich so nach drauĂen schaute, begannen sich vor meinen Augen Farbflecken in Form von Kringeln und FĂ€den zu bewegen. Mir war aufgefallen, dass bei den Versu- chen, mich in die
Luft zu erheben, sich meine HĂ€nde stĂ€ndig vor meinem Bauch befan- den (etwa 10 cm Abstand). Das kam mir seltsam vor, weil ich meinte, sie mĂŒssten eigentlich seitlich am Körper liegen. Deshalb hob ich meine HĂ€nde vors Gesicht, um sie
zu betrachten. Dabei stellte ich fest, dass sie durchsichtig waren. ZunĂ€chst konnte ich es nicht so recht glauben und bewegte sie vor meinen Augen hin und her, legte beide HĂ€nde ĂŒbereinander, konnte aber trotzdem durch sie hindurch die
HĂ€user und den Himmel drauĂen in der DĂ€mmerung sehen. Und nicht nur das! Die HĂ€nde schienen gleichzeitig meine Sehkraft zu verstĂ€rken, so dass ich durch sie hindurch alles etwas heller und deutlicher sah.
Irgendwann hatte ich
genug von der Spielerei und stand auf, um aus dem Fenster zu sehen. Was ich erblickte, lieĂ mich etwas an meiner Wahrnehmung zweifeln. Im Garten des Nachbarn befanden sich zwei riesige, flache, etwa 3 und 8 Meter hohe Holzfiguren (Clowns
o.Ă€.) aus Brettern. Sie waren bunt bemalt und wirkten wie Kulissen von einem Theater oder vom Rummelplatz. Ich wusste sicher, dass niemals solche Figuren dort gestanden hatten und dass es auch jetzt mehr als unwahrscheinlich war, dass
welche dort standen. Der Anblick war zu absurd. Dennoch hielt ich mich nicht lange damit auf und ging wieder zurĂŒck zum Bett, um mich hinzulegen, blieb allerdings dann auf dem Bett stehen. Ich sagte mir: âWenn du fliegen kannst, dann
ist es ein Traum, wenn nicht, dann ist es wahrscheinlich AlltagsrealitĂ€t!â Also versuchte ich, zu fliegen, sprang aber bei dem Versuch lediglich aus dem Bett und stand nun vor der ZimmertĂŒr, die ins Treppenhaus fĂŒhrte. In der
Gewissheit, mich in der AlltagsrealitĂ€t zu befinden, öffnete ich die TĂŒr, um das Zimmer zu verlassen und wieder meinen alltĂ€glichen Verrichtungen nachzugehen. Doch was ich sah, verblĂŒffte mich noch mehr, als die groĂen Holzfiguren im
Nachbargarten: ich blickte in ein Treppenhaus, das ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte. Es war das Treppenhaus eines alten, mehrstöckigen Mietshauses, mit hellgrauen TĂŒren, einem hellgrauen, gedrechselten TreppengelĂ€nder und
einem abgewetzten, lehmfarbenen PVC-Boden mit Karomuster. Durch ein Fenster zu meiner Linken fiel helles Tageslicht herein. Es schien um die Mittagszeit zu sein.
Ăber das, was ich sah, war ich so verwirrt, dass ich mich sofort
wieder ins Zimmer zu- rĂŒckzog, stellt jedoch fest, dass es gar nicht mehr das Zimmer war, das ich verlassen hatte, sondern eine Wohnung in diesem alten Mietshaus. Und wĂ€hrend ich dies fest- stellt, verlor ich fast völlig die Erinnerung
an alles, was ich je zuvor erlebt hatte. Mein Leben schien mit einem Schlag ausgelöscht und bestand nur noch aus dem BewuĂt- sein eines ICHs und der wagen Kenntnis meines Vornamens. Ich wusste weder WER, noch WO ich war, noch wie ich an
den Ort gekommen war, an dem ich mich befand. In meiner Verwirrung und Hilflosigkeit suchte ich sowohl in meinem Inneren als auch im AuĂen nach irgendwelchen Hinweisen meiner IdentitĂ€t. Dabei war meine Wahrnehmung so intensiv,
kristallklar und hellwach, wie ich es nie zuvor erlebt hatte. Ich stand nun vor der Zimmer- oder besser gesagt WohnungstĂŒr. Es war eine hellgraue DoppeltĂŒr (zwei TĂŒren unmittelbar hintereinander), und die zweite dieser TĂŒren (vom
Treppenhaus aus betrachtet) trug absurderweise das TĂŒrschild. Es war gelb und handschriftlich mit einem Namen versehen. Dieser Name war allerdings so unleserlich, dass ich nicht einmal klar erkennen konnte, ob der Anfangsbuchstabe nun ein
K oder ein V war. Ich wusste nur, dass es der Name eines Mannes war. Weshalb ich das wusste, konnte ich allerdings nicht sagen.
Ich versuchte nun weiterhin, etwas ĂŒber mich herauszufinden. Dabei kam mir zunĂ€chst der Gedanke, ich
könne mich in einer nord- oder mitteldeutschen Stadt befinden. Es war einfach nur ein GefĂŒhl, das mich dies vermuten lieĂ. Dann tendierte ich wieder eher zu WĂŒrzburg, wusste aber ebenfalls nicht, weshalb. Da dies die einzigen Bruch-
stĂŒcke waren, die mir ins GedĂ€chtnis kamen, schaute ich mich nĂ€her in dem Zimmer um, in dem ich mich gerade befand. Es war eine WohnkĂŒche mit hellgrauem Holztisch und dem gleichen PVC-Belag wie im Treppenhaus. In einer Nische des
Zimmers, hinter einem Vorhang, befand sich eine Couch, die als Bett genutzt wurde.
Ich stellte zunÀchst die Vermutung an, dass ich mich bei Verwandten befand und, gerade erwacht, noch etwas benommen und orientierungslos war. Dann
kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht einen Schlag auf den Kopf bekommen und deshalb das GedĂ€chtnis verloren hatte. Irgendwann war ich es schlieĂlich leid, weiter nachzu- grĂŒbeln und beschloss, einfach beim Nachbarn zu lĂ€uten, um zu
fragen, wer ich sei. Doch dann wurde mir die AbsurditĂ€t dieses Vorhabens bewusst. Als ich keinen Ausweg mehr aus meiner Situation sah, wurde mir plötzlich alles egal und ich entschied mich dafĂŒr, der Handlung einfach ihren Lauf zu
lassen. Kaum hatte ich dies entschieden, er- wachte ich. Und zwar kurz nach 17 Uhr, dort, wo ich ursprĂŒnglich auch eingeschlafen war. (zurĂŒck)
AUSSERKĂRPERLICHE ERFAHRUNG 4/ 12. Dezember 1984
Ich befand mich im Traum zunÀchst im Dachboden eines
Hauses und suchte etwas. Plötzlich kam mir der Gedanke, hinaus auf die StraĂe zu gehen, um dort das Fliegen zu probieren. Das tat ich dann auch, hatte jedoch MĂŒhe, mich in die Luft zu erheben. Trotzdem gelang es mir und ich versuchte,
in der Luft schwebend zu erwachen. Als ich dann erwachte, schwebte ich tatsĂ€chlich ĂŒber meinem Bett.
SpÀter stand ich im Treppenhaus und wollte den Lichtschalter betÀtigen, um zu lÀu- ten. Irgendwie begriff ich nicht, dass es
sich nicht um die Glocke, sondern um den Lichtschalter handelte. Aus der Tatsache heraus, dass der Schalter nicht reagierte, schloss ich, dass ich mich nicht in der AlltagsrealitĂ€t befand. Daraufhin wurde ich rĂŒckwĂ€rts, durch die Wand,
ins Zimmer gezogen. Ich hatte das GefĂŒhl, schon etwa 4 Meter durch die Luft geflogen zu sein, als ich erst den Schrank verlieĂ (was lediglich eine Strecke von ca. 1,5 Metern ausmachte). (zurĂŒck)
AUSSERKĂRPERLICHE ERFAHRUNG 5/ 17. Dezember 1984
Es war zunÀchst dunkel, als ich mich aus meinem Körper Richtung Zimmerdecke erhob. Oben angekommen drehte ich mich um 90 Grad in der Waagerechten und um 180 Grad um meine Körperachse, so
dass ich nun nach unten sah. In dieser Lage sank ich wieder zurĂŒck in Richtung Bett, ĂŒberschlug mich aber mehrmals propellerartig, bevor ich mich wieder im Bett fand. Nun konnte ich zu meiner Ăberraschung wieder sehen, fĂŒhlte aber auch
die Anwesenheit einer Person, was mich etwas beunruhigte. Dann sah ich plötzlich in meinem Gesichtsfeld ein Handgelenk. Dies brachte mich so aus der Fassung, dass ich danach griff und hinein biss.
SpÀter kam mir der Gedanke, dass
es wohl mein eigenes Handgelenk gewesen sei und die Person, die ich wahrnahm, war möglicherweise ebenfalls ich selbst. (zurĂŒck)
DER BESUCH/ 24.Oktober2004, 14:15-16:15
Ich legte mich hin, weil ich mĂŒde war. Gegen
15Uhr45 erwachte ich, stand aber nicht sofort auf. Im Laufe der nÀchsten halben Stunde verfiel ich in eine Art Halbschlaf, in dem ich mehrmals zwischen Wachen und Schlafen hin- und herpendelte. Plötzlich saà eine gute Bekannte neben mir
und redete auf mich ein. Ich hatte die Augen geschlossen und konnte sie nicht sehen. Ich fĂŒhlte aber ihre Anwesenheit ganz deutlich. Auch sensorisch, da ihr linkes Knie leicht gegen meinen rechten Oberschenkel drĂŒckte. Ich öffnete die
Augen, um zu sehen. Da war niemand. Und mit dem Ăffnen der Augen verstummten auch ihre Worte. Ich hatte den Eindruck, dass sie noch anwesend sein musste und schrie ihren Namen. Ich forderte sie auf, weiter zu reden. Aber erst, als ich die
Augen wieder schloss, redete sie weiter. In ihrer typischen Art, ohne Punkt und Komma. Sie erzĂ€hlte mir u.a., dass sie es völlig ScheiĂe fĂ€nde, dass ich mich mit Hexerei beschĂ€ftigen wĂŒrde. Ich wollte ihr klar machen, dass ich es 1.
nicht so nennen wĂŒrde und dass es 2. gute GrĂŒnde fĂŒr mich gab. Ich lieĂ es, denn es wĂ€re sinnlos gewesen. Plötzlich hatte ich den Eindruck, mein Unterkörper begĂ€nne zu schweben. Meine FĂŒĂe befanden sich bereits etwa 10 cm ĂŒber
dem Boden. Ich hob meine FĂŒĂe (Beine) weiter in die Höhe und fĂŒhlte sie ganz deutlich ĂŒber mir in der Luft. Aber ich konnte sie nicht sehen. Da drehte sich ein SchlĂŒssel in Schloss der WohnungstĂŒr und jemand kam herein und legte den
SchlĂŒsselbund gerĂ€uschvoll ab. Ich war etwas beunruhigt, weil niemand zu sehen war. Der Gast war unsichtbar. Ich konnte ihn nur hören. Und dann geschah Folgendes: irgendeine Art von Energie wirkte derart auf meinen Brustkasten ein, dass
es sich so anfĂŒhlte, als wĂŒrden viele unsichtbare HĂ€nde ihn unkoordiniert massieren. Mir kam auch die Assoziation von Wasser, das sich unter Spannung in meinem Brustkasten befand und aufgewĂŒhlt wurde. Irgendwann bewirkten diese
Energien Entladungen in Form vieler kleiner gerĂ€uschvoller Lichtblitze. (zurĂŒck)
Dat.: 24.10.2004
TRAUMREISEN
WachtrĂ€ume mĂŒssen nicht besonders lange dauern, um tiefe,
bleibende EindrĂŒcke zu hinterlassen. Schon ein luzider Traum von wenigen Sekunden kann uns in Welten entfĂŒhren, die so unvorstellbar in ihrer Gestalt und so fremdartig in ihrer AtmosphĂ€re sind, dass wir uns eingestehen mĂŒssen: âSo
etwas habe ich noch nie erlebt.â So ist es nicht ĂŒbertrieben, wenn ich sage, eine 20-sekĂŒndige Traumreise kann die Erlebnisse einer 5-wöchigen Urlaubsreise bei weitem in den Schatten stellen.
Das Besondere an diesen TrÀumen sind
aber weniger ihre ausdrucksstarken Bilder (denn diese kann man heutzutage auch auf der Leinwand bewundern), als vielmehr die völlig neuen, teils gewaltigen GefĂŒhlsregungen, die mit diesen TrĂ€umen verknĂŒpft sind. Diese sind es, die das
Erleben eines luziden Traumes so einzigartig machen und das Leben so ungeheuer bereichern können.
Der wahre Reichtum der luziden TrĂ€ume erschlieĂt sich also in deren emotionalen Erleben. Und das ist mit Worten nicht zu beschreiben,
weshalb die folgenden Beispiele nur ein schemenhaftes Bild skizzieren können. (zurĂŒck)
31.01.2006
PLIOZĂN
Ich flog ĂŒber einen Wald in der NĂ€he meines Heimatdorfes Richtung SĂŒdwest. Da
ich eben erst den Waldrand passiert hatte, war ich etwas ĂŒberrascht, schon etwa 50 Meter weiter die jenseitige Baumgrenze zu erspĂ€hen. Noch mehr verwunderte mich jedoch die Szenerie, die sich nun vor mir auftat. Eine weite, ockerfarbene,
baumlose Steppe, die sich bis zum Horizont erstreckte und zu beiden Seiten von schneebe- deckten Bergketten flankiert wurde.
Weit unter mir zog eine Gruppe von etwa 5 Affenmenschen (vielleicht Australo- pithecinen) im GĂ€nsemarsch
durch das hohe Gras und etwas weiter entfernt bahnte sich eine groĂe sandfarbene Raubkatze ihren Weg. Ich wusste, dass ich mich in der FrĂŒhzeit der Menschheitsgeschichte befand; vielleicht im PliozĂ€n. Und dabei war es mir, ehrlich
gesagt, ziemlich egal, welchen wissenschaftlichen Stellenwert dieses Wissen hatte. Ich genoss das erhebende und ĂŒberwĂ€ltigende GefĂŒhl, das mir der Traum bescherte. Und dieser Traum war in diesem Moment nichts Geringeres, als die
höchste RealitĂ€t, die existierte und die jede schulwissenschaftliche Ăberlegung zur Bedeutungslosigkeit zerfallen lieĂ. (zurĂŒck)
31.01.2006
MESOZOIKUM
Ăber diesen Klartraum gibt es nicht viel zu berichten, da sich nicht viel
ereignete. Doch das, was sich ereignete, ist umso bemerkenswerter.
Mein Geist glitt in den Körper eines Fisches, der etwa im Erdzeitalter des Mesozoikums die trĂŒbe Unterwasserwelt eines tropischen Urwaldsees durchstreifte. Die
AtmosphĂ€re der Umgebung war geprĂ€gt von einer drĂŒckenden Stille, einer unendlich fernen Menschheitsgeschichte und einer permanent lauernden Gefahr. (zurĂŒck)
31.01.2006
TALKESSEL
Es war ein sonniger, klarer Herbsttag und ich flog wieder einmal
ĂŒber die WĂ€lder nahe meines Heimatdorfes; diesmal Richtung SĂŒd. Unerwartet und plötzlich fiel das GelĂ€nde steil ab und der Teppich aus herbstlich bunten Baumwipfeln wich nach unten weg. Ein riesiges Trichtertal tat sich auf. Ein etwa
2000 Meter tiefer Krater, der einen Durch- messer von gut 6 Kilometern hatte und dessen HĂ€nge ĂŒber und ĂŒber mit Herbstwald bedeckt waren. Die GröĂe des Talkessels und die IntensitĂ€t der Farben ĂŒberwĂ€ltigten mich derart, dass ich
von ehrfĂŒrchtigem Staunen ergriffen wurde.
WĂ€hrend ich ĂŒber den Kessel hinweg schwebte, ĂŒbten die nach unten fliehenden HĂ€nge eine magnetische Wirkung auf mich aus, so dass ich langsam, aber stetig hinabgezogen wurde. Immer tiefer
und tiefer, bis zum Zentrum und zum Grund des Talkessels. Hier, an diesem Punkt, lag ein kleines, Àrmliches Dorf, in dem ich notge- drungen landen musste, da mir die Kraft zum Weiterfliegen fehlte. Menschen liefen zusammen und umringten
mich, und es dauerte nicht lange, da war ich ein Teil dieser Dorfgemeinschaft. Ein GefĂŒhl sagte mir, dass ich mich in einem österreichischen Bergnest des 19. Jahrhunderts befand. (zurĂŒck)
31.01.2006
VOGELFLUG
Es sind oft kurze Momente, die die wunderbarsten GefĂŒhle auslösen. So flog ich eines Nachts wĂ€hrend eines Wachtraumes als kleiner Vogel einen Hohlweg entlang. Einen schnurgeraden
Waldweg, der rechts und links von Kiefern gesĂ€umt wurde, deren gewundene, kahle Ăste sich in Höhe der Wipfel zu einem bizarren Wirrwarr vereinten. Durch dieses Labyrinth aus Ăsten flog ich mit hoher Geschwindigkeit und akro- batischem
Geschick einem erfrischend blauen Herbsthimmel entgegen, wĂ€hrend mich unsagbares GlĂŒck durchströmte. (zurĂŒck)
31.01.2006
MĂRCHENLAND
Dies ist wohl einer der wundervollsten WachtrÀume, die mir in Erinnerung
geblieben sind. Ich fliege in einer dunklen, magischen Nacht ĂŒber ein MĂ€rchenland. Bunte, zauberhafte Lichter unter mir formen sich zu gröĂeren und kleineren Haufen und bei nĂ€herem Hinsehen erkenne ich kleine Dörfer mit winzigen,
heimeligen HĂŒtten, deren DĂ€cher dick mit Ried gedeckt sind. Der Anblick dieser MĂ€rchenwelt und die Stimmung, die von ihr ausgeht, sind von solch ĂŒberirdischer Schönheit, dass ich den TrĂ€nen nahe bin. (zurĂŒck)
31.01.2006
DER MAGISCHE FUCHS
Vor Jahren kam es bei Wanderungen hÀufiger vor, dass ich alleine
irgendwo im Wald ĂŒbernachtete. Dabei fiel mir auf, dass TrĂ€ume in der freien Natur, insbesondere im Wald, eine ganz eigene, charakteristische QualitĂ€t annehmen können. Auf einer dieser Wanderungen errichtete ich vor Einbruch der
Dunkelheit mein Nachtlager in einem Dickicht, dessen junge BĂ€ume kaum 5 Zentimeter auseinander standen. Nur eine kleine Nische lieĂ genĂŒgend Platz fĂŒr meine Isomatte. Zum Schutz vor etwaigem Regen spannte ich eine undurchsichtige
Kunststofffolie auf.
Irgendwann in der Nacht wurde ich durch einen GerÀuschteppich aus einer Vielzahl undefinierbarer Tierlaute geweckt. Diese Laute waren so fremdartig und surreal, dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass es sich um
die Laute âechterâ Tiere handelte.
Plötzlich hörte ich die rhythmischen Schritte eines kleinen Vierbeiners im Unterholz, und Sekunden spĂ€ter streifte auĂerhalb meiner Kunststofffolien-Behausung ein Fuchs vorbei. Das heiĂt:
Ich sah ihn als schwarze Silhouette, wie die Figur eines Schattentheaters, umgeben von einem grĂŒnen, fluoreszierenden Leuchten. Und das, obwohl die Folienbehausung undurchsichtig war.
Und ich sah ihn dort laufen, obwohl die dĂŒnnen
BĂ€umchen an dieser Stelle nur 5 Zentimeter weit auseinander standen. (zurĂŒck)
31.01.2006
DIE STADT IN DEN ANDEN
Von einem GefĂŒhl des GlĂŒcks und der WĂ€rme durchströmt, kreise ich als Adler ĂŒber einer weiten Hochebene in den
Anden. Eine Stadt, schrÀg unter mir, badet im goldenen Dunst der Abendsonne und das umliegende Grasland leuchtet wie ein funkelnder Citrin. Ich wende mich nach links, weg von der Stadt, und ziehe in einem weiten Bogen Richtung Osten, wo
die DĂ€mmerung als dĂŒsterer Schatten unter einer graublauen Wolkenwand heraufzieht. Doch plötzlich - schroff und scharfkantig - bricht die Hochebene ab und öffnet sich zu einem riesigen, halbkreisförmigen, mehrere Tausend Meter tiefen
Abgrund, der mich jĂ€h nach unten zieht. Wohl wissend, dass ich dem Sog des Abgrundes nicht entfliehen kann, stĂŒrze ich mich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit lustvoll und verwegen in die gĂ€hnende Tiefe, einer zwielichtigen
Schattenwelt entgegen. (zurĂŒck)
31.01.2006
DIE FĂNF TRAUMHELFER
Obwohl ich in den vergangenen Jahren Hunderte von luziden TrÀumen hatte und in etlichen dieser TrÀume auch Kontakt aufgenommen hatte zu Traumpersonen, kam es mir nie in den
Sinn, diese Traumpersonen um Hilfe zu bitten. Vor etwa zwei Jahren Ànderte sich dies.
WĂ€hrend eines sehr langen luziden Traumes, der sich ĂŒber fĂŒnf verschiedene Traum-Episoden hinzog, traf ich mehrere Traumpersonen, von denen ich
fĂŒnf um Rat fragte, wegen eines sehr schwerwiegenden Problems, das ich damals hatte. Leider sind mir nur zwei der TrĂ€ume in Erinnerung geblieben.
Im ersten Traum befand ich mich in einem kleinen ElektrofachgeschÀft. Hinter einem
Regal erspÀhte ich einen VerkÀufer und ging auf ihn zu, um ihn um Rat zu fragen wegen meines Problems. Der VerkÀufer glaubte, ich hÀtte ihn noch nicht gesehen und versuchte, sich davonzustehlen. Als er jedoch bemerkte, dass ich seinen
Fluchtversuch registriert hatte, sagte er verlegen: âNicht, dass Sie glauben, ich wollte davonlaufen, aber ...â Das, was nach dem âaberâ folgte, hörte ich nicht mehr. Und es interessierte mich auch nicht. Denn ich wusste in diesem
Moment, dass die erste Antwort auf meine Frage lautete:... âNicht davonlaufen! Sich dem Problem stellen!â
Im zweiten Traum befand ich mich in einer U-Bahn-Passage. Vor mir gingen drei junge MĂ€nner. Zwei davon waren etwas
gröĂer und blond, der dritte war etwas kleiner und dunkelhaarig. Ich beeilte mich, die drei MĂ€nner einzuholen und sprach sie von hinten an. Meine Frage hatte ich noch nicht gestellt - sie lag mir lediglich auf der Zunge, da sagte einer
der beiden blonden MĂ€nner: âIch heiĂe Step!â
âStep?â, fragte ich etwas verwundert - denn ich hatte ja nicht nach seinem Namen gefragt, sondern wollte einen Rat wegen meines Problems. âDu meinst, wie der Schritt im
Englischen?â, hakte ich nach.
âJaâ, antwortete der blonde JĂŒngling und zeigte auf den zweiten blonden Mann. Dieser sah genau so aus, wie er. Es war also sein Zwillingsbruder. In diesem Moment wusste ich, dass die zweite Antwort
auf meine Frage lautete: ... âStep by Step! Schritt fĂŒr Schritt!â
Die ersten beiden RatschlÀge, die mir die Traumhelfer gaben, lauteten also:
1. ich solle mich dem Problem stellen und nicht davonlaufen
2. ich solle das Problem Schritt fĂŒr Schritt lösen, also in kleinen Portionen
Leider sind mir die Erinnerungen an die drei anderen TrÀume verloren gegangen. Denn sie enthielten sehr wahrscheinlich wertvolle RatschlÀge, die die
Lösung des Problems um vieles erleichtert hĂ€tten. WĂ€hrend die ersten beiden Tipps noch sehr gewöhnlich erscheinen, hatte ich das GefĂŒhl, dass die drei folgenden sehr viel individueller waren und mehr in die Tiefe gingen. Vermutlich
auch ein Grund, weshalb ich sie nicht ins Tagbewusstsein herĂŒberretten konnte. Leider. (zurĂŒck)
02.06.2007
DAS HEXEN-VAMPIR-MONSTER
Vor einigen Wochen hatte ich einen luziden Traum, der an sich
nicht ungewöhnlich war, da ich ihn schon hundertfach erlebt hatte. Ich flog ĂŒber eine mir unbekannte Landschaft. Doch an diesem Flugtraum war etwas völlig anders als an allen anderen FlugtrĂ€umen. WĂ€hrend ich bei frĂŒheren FlugtrĂ€umen
immer aus eigener Kraft zu fliegen schien und dabei die unterschiedlichsten Flugtechniken ausprobierte, hatte ich bei diesem Flugtraum einen Begleiter. Oder besser: eine Begleiterin.
Als ich in ca. 50 bis 100 Metern Höhe ĂŒber ein
dĂŒsteres braunes Land flog bemerkte ich, dass mich an meiner Taille, rechts und links, zwei HĂ€nde festhielten und auf diese Weise durch die Luft trugen. Ich fĂŒhlte ein fliegendes Wesen hinter mir, das mich mit seinen HĂ€nden an der
Taille gegriffen hatte und mich auf diese Weise durch die Luft beförderte. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte und war sehr ĂŒberrascht, da ich bei meinen FlugtrĂ€umen nie etwas Derartiges erlebt hatte.
Mir kam das GefĂŒhl,
dass es sich bei diesem Wesen um eine Frau handelte oder dass es zumindest weibliche WesenszĂŒge trug. Die Aura, die von ihm ausging, empfand ich als eher angenehm. Da ich meine Neugierde auf meine Flugbegleiterin nicht lĂ€nger
unterdrĂŒcken wollte, riskierte ich einen Blick ĂŒber meine rechte Schulter. Was ich erspĂ€hte, hĂ€tte mich eigentlich in Todespanik zurĂŒckschrecken lassen mĂŒssen, denn ich sah ein Wesen von solcher HĂ€sslichkeit und Furcht
einflöĂender Gestalt, als sei es soeben der Hölle entsprungen. Es hatte den entstellten Körper eines Menschen, war ĂŒberwiegend braun und schwarz und in seinem Rachen blitzten zwei weiĂe zirka 10 Zentimeter lange ReiĂzĂ€hne, die an
einen SĂ€belzahntiger erinnerten. Wenn ich es mit wenigen Worten beschreiben mĂŒsste, wĂŒrde ich sagen: eine Mischung aus Hexe, Vampir und Monster.
Vor wenigen Tagen begegnete mir das Wesen bei einem weiteren luziden Flugtraum noch
einmal. Allerdings nahm ich nur die beiden HĂ€nde wahr und fĂŒhlte seine Anwesenheit hinter mir.
Aufgrund seines abstoĂenden ĂuĂeren wĂ€re eine gewohnte Reaktion Panik, Entsetzen, Kampf, Flucht, etc. Doch ich merkte bereits im
ersten Traum, dass mein VerhĂ€ltnis zu ihm unmittelbar von meinen GefĂŒhlen und Ansichten bestimmt wurde. Nahm ich das Wesen als Monster wahr und lieĂ meine GefĂŒhle davon beeinflussen, schien es als Antwort darauf aggressiv und
feindselig zu werden. Wenn ich mich allerdings nicht von seinem abstoĂenden ĂuĂeren beeinflussen lieĂ, wirkte es auf mich angenehm und vertraut.
Heute hatte ich eine weitere Begegnung mit ihm. Allerdings nicht in einem Flugtraum.
Nachdem ich ein paar Stunden geschlafen hatte, erwachte ich in einen halbwachen Zustand, in dem ich einerseits die AlltagsrealitĂ€t wahrnehmen konnte, andererseits aber auch Dinge aus der Traumwelt. Ich lag auf dem RĂŒcken und fĂŒhlte,
wie mein Körper vibrierte. Ich kannte diese Art der Vibration von einer Technik, die ich in jungen Jahren zur Manipulation des Traumkörpers angewendet hatte, aber auch aus meinen Erfahrungen bei Astralaustritten. WÀhrend ich die
vibrierende Energie in meinem Traumkörper bewusst verstĂ€rkte, schien sich mein Körper plötzlich auszudehnen wie ein Luftballon. Mein ganzer Körper schien von dieser Energie zum Bersten erfĂŒllt. Die Energie war so stark, dass sich
mein Energiekörper etliche Male in die Luft erhob und wieder senkte. WĂ€hrend ich mit diesem merkwĂŒrdigen Zustand weiter experimentierte, erspĂ€hte ich das Hexen-Vampir-Monster. Es hatte sich um meine Taille geschlungen, Ă€hnlich wie
eine Schlange und ich wusste nicht so recht, wie ich mit ihm umgehen sollte. Ich hatte in diesem Moment ein eher ambivalentes VerhĂ€ltnis zu ihm und das GefĂŒhl, dass es mir sowohl Energie gab als auch Energie nahm. AuĂerdem schien es so
eng mit mir verbunden zu sein, dass es keinen Sinn gehabt hÀtte, es zu vertreiben oder zu bekÀmpfen.
Aus meinem ambivalenten GemĂŒtszustand heraus und mit dem GefĂŒhl, dass mir dieses Wesen Energie raubte, streckte ich ihm meine
rechte Hand entgegen. Seine Reaktion war eine Antwort auf meine GefĂŒhle und Gedanken: Es biss mir mit seinen langen ReiĂzĂ€hnen in die Hand und saugte â wie ein Vampir. (zurĂŒck)
10.01.2009
WIE ZUVERLĂSSIG SIND TRAUMHELFER?
Vor etwa eineinhalb Wochen hatte ich einen langen luziden Traum, der sich ĂŒber mehrere Traumepisoden hinzog. Er wurde zwar immer wieder durch den Verlust des Wachbewusstseins unterbrochen,
setzte sich dann jedoch spÀter in genau derselben Traumwelt fort. In diesem Traum hatte ich drei bewusste Begegnungen mit Traum- personen, von denen ich die erste um Hilfe bat. Hier eine kurze Beschreibung der Begegnung:
Ich stehe im
ersten Stock eines Wohnhauses und sehe ein RiesenkĂ€nguru, das eine Holztreppe hoch hĂŒpft, direkt auf mich zu. Ich beschlieĂe, das RiesenkĂ€nguru anzu- sprechen. Als es mir gegenĂŒbersteht und merkt, dass ich es ansprechen will,
verwan- delt es sich in einen jungen Mann, ca. eins achtzig groĂ. Er fragt mich, was ich von ihm wolle und ich frage ihn, ob er mir helfen könne. âWobeiâ, fragt er zurĂŒck. âBei einem Problemâ, sage ich. Da schaut er meinen
Körper prĂŒfend an (Brust, Bauch) und meint, ich hĂ€tte kein Problem. Und damit hatte er Recht. Denn in diesem Moment hatte ich tatsĂ€chlich kein Problem. Es war kein Problem in meinem Bewusstsein. Die Probleme, die ich tagsĂŒber mit mir
herumtrage, waren in diesem Moment zu weit im Hintergrund und ich hĂ€tte sie erst in meine GefĂŒhls- bzw. Traumwelt holen mĂŒssen, um von ihm (dem Mann) eine brauchbare Auskunft zu erhalten. Ich hatte ihn nur ange- sprochen, weil ich mich
erinnert hatte, dass man Traumpersonen um Hilfe bitten könne, dabei aber völlig vergessen, mir ein aktuelles Problem zu vergegenwÀrtigen.
Wenn man von meinem Missgeschick (fehlendes Problem) im eben beschriebenen Traum absieht,
waren meine Begegnungen mit Traumhelfern bisher immer sehr positiv verlaufen. Zumindest gaben sie immer bereitwillig Auskunft. Dass dies nicht immer so sein muss, erlebte ich letzte Nacht.
Ich erlangte mein Wachbewusstsein in einer
etwas dĂŒsteren Traumwelt, und zwar auf dem Markplatz einer Kleinstadt. Die Szenerie â einschlieĂlich der Menschen, die sich auf dem Marktplatz tummelten â erweckte etwas den Eindruck, als befĂ€nde ich mich in den 60iger Jahren
des 20. Jahrhunderts. Kaum dass ich luzid geworden war, erinnerte ich mich an meinen Vorsatz, Traumpersonen um Hilfe zu bitten. Der belebte Markplatz schien fĂŒr dieses Vorhaben ideale Bedingungen zu bieten. Und diesmal hatte ich
auch ein âProblem mit im GepĂ€ckâ. Also sprach ich die nĂ€chste Person an, die mir entgegen kam. Es war ein etwa 50- bis 60-jĂ€hriger Mann, der etwas wie ein alter, mĂŒrrischer Seemann anmutete. Ich fragte ihn, ob er mir helfen könne.
Seine Antwort war kurz und ebenso mĂŒrrisch, wie er auf mich wirkte: âNein!â ... Ich ging also weiter und fragte den NĂ€chsten, ob er mir helfen könne. Auch bei ihm war die Antwort ein kurzes, mĂŒrrisches Nein. So fragte ich etwa 3
bis 4 Personen, die mir auf dem Markplatz begegneten und erhielt jedes Mal ein kurzes, mĂŒrrisches Nein als Antwort.
Nun bog ich in eine Gasse ein, die vom Marktplatz weg fĂŒhrte und traf nach etwa 30 Metern auf ein Imbiss-Lokal mit
StraĂenverkauf. Zur Gasse hin befand sich ein geöff- netes Fenster, durch das hindurch eine junge Frau (ImbissbudenverkĂ€uferin)
nach drauĂen blickte. Wenn ich mich recht erinnere, fragte ich nicht erst lange, ob sie mir helfen wolle, sondern stellte direkt meine Frage. Die Antwort war allerdings ebenso enttĂ€uschend wie die der anderen Traumpersonen. Denn die junge Frau wusste keine Antwort auf meine Frage.
SpĂ€ter, nach dem Erwachen, dachte ich darĂŒber nach, weshalb mir die Traumpersonen so unkooperativ begegnet waren und kam zu folgenden Schlussfolgerungen:
1. Die Anmutung
Sowohl die Traumszenerie (Marktplatz,
Stimmung, Licht, etc.) als auch die Traumpersonen wirkten auf mich eher unfreundlich und abweisend. Die Traumpersonen machten darĂŒber hinaus einen auffallend spieĂigen Eindruck, schienen einem niederen sozialen Milieu anzugehören und
hatten Gesichter, die einen begrenzten geistigen Horizont spĂŒrbar ausstrahlten. Der ganze Traum schien also von vornherein wenig geeignet, schwierige Fragen zu beantworten. Dies unterschied ihn von den TrĂ€umen, in denen ich AuskĂŒnfte
erhalten hatte. AuĂerdem war meine emotionale Reaktion auf die Traumpersonen, ihrer Ă€uĂeren Wirkung entsprechend, eher distanziert. Ich fĂŒhlte mich von ihnen nicht angezogen, und sie waren mir geistig fremd.
2. Der geistig-emotionale Ursprung der Traumpersonen
Gehe ich davon aus, dass Traumpersonen Teile entweder meines persönlichen oder des kollektiven Unterbewussten sind, dann wĂŒrde ich mutmaĂen, dass ich nicht jede x-beliebige
Traumperson mit jeder x-beliebigen Frage behelligen kann. Ich vermute vielmehr, dass man beispielsweise hochphilosophische Fragen, die ĂŒber den geistigen Horizont des Durchschnittsmenschen hinausgehen, besser an Traumpersonen richtet, die
dem kollektiven Unterbewussten zuzuordnen sind. An Traumfiguren also, die man als Archetypen bezeichnen wĂŒrde.
Ob in meinem Marktplatz-Traum mir mein persönliches Unterbewusstsein nicht antworten wollte oder nicht antworten konnte,
darĂŒber kann ich nur spekulieren. Möglich wĂ€re beides. (zurĂŒck)
03.02.2009
GEFĂHLTE 30 MINUTEN
Da ich in den vergangenen zwei Jahren vergleichsweise selten luzid wurde, begann ich Anfang Februar meine Klartraumversuche
zu intensivieren. Konkret sah dies so aus, dass ich tÀglich so lange und so hÀufig wie möglich meine volle Aufmerksamkeit auf meine Umgebung richtete und mich dabei ab und zu fragte, ob ich wach bin oder trÀume.
Da es sich hierbei
um eine Ăbung handelt, die eher dazu dient, im Traum die Kontrolle zu verbessern als das Wachbewusstsein zu erlangen, war ich anfangs etwas ent- tĂ€uscht, dass sich die luziden TrĂ€ume nicht hĂ€uften. Doch ein luzider Traum vor weni- gen
Tagen zeigte mir, dass meine Ăbungen keine verlorene Zeit gewesen sind. Denn dieser Traum war der lĂ€ngste Klartraum, den ich bisher hatte. WĂ€hrend ich es in der Vergangenheit auf maximale geschĂ€tzte 4 Minuten brachte (zusammenhĂ€ngend,
am StĂŒck), so schaffte ich in diesem luziden Traum geschĂ€tzte 30 Minuten, die nur zwei mal ganz kurz unterbrochen wurden, weil ich erwachte - doch sofort wieder einschlief und luzid denselben Traum weitertrĂ€umte. Ich hielt mich also
geschÀtzte 30 Minuten in ein und derselben Traumwelt auf und handelte bei vollem Wachbewusstsein.
In einer der Traumsequenzen befand ich mich in einem Wald, den man wohl am treffendsten mit dem Begriff âMĂ€rchenwaldâ
charakterisieren wĂŒrde. Denn er war bevölkert mit fremdartig anmutenden Naturwesen, mit denen ich einen kurzen Dialog fĂŒhrte, der mir jedoch aufgrund der Fremdartigkeit nicht im GedĂ€chtnis geblieben ist. Mir kam kurz die Idee, diese
Wesen um irgendetwas zu bitten (z.B. Lösung fĂŒr ein Problem, Antwort auf eine Frage, etc.), doch dann befĂŒrchtete ich, damit meine Traumkontrolle aufs Spiel zu setzen. Es hĂ€tte mich zu viel Energie gekostet, mir vorsĂ€tzlich eine Frage
oder ein Problem ins Bewusstsein zu holen und gleichzeitig die durch die Fremdartigkeit der Wesen bedingte Kommunikationsbarriere zu ĂŒberbrĂŒcken.
(zurĂŒck)
26.02.2009
SHIRE HORSES UND RIESEN
Ein sonniger Wintertag - friedlich und heiter. Ich durchstreife einen lichten Mischwald, durch den sich eine schmale Wiese schlĂ€ngelt, die dĂŒnn mit Schnee bedeckt ist. Im
Hintergrund: ein verschneites Felsmassiv. WÀhrend ich zwei Hirsche beobachte, die im Wald an einer Futterkrippe Àsen, wird meine Aufmerksamkeit durch ein GerÀusch eingefangen. Ich wende mich nach links und sehe riesige Shire Horses auf
mich zu galoppieren. Zwei Grauschimmel mit einem StockmaĂ von fast drei Metern. Drei heiter lachende Menschen sitzen darauf, mit rosigen Gesichtern, ĂŒppiger LeibesfĂŒlle und einer KörpergröĂe von gut zweieinhalb Metern. Die heitere
Laune der Reiter hat so etwas ungemein Ansteckendes, und ihr Wesen erinnert mich irgendwie an Tom Bombadil. Ich wĂ€re gerne lĂ€nger in der Welt dieser Riesen geblieben. Und diese Welt hatte fĂŒr mich auch nach dem Erwachen etwas Ă€uĂerst
real Existentes an sich. (zurĂŒck)
10.03.2009
Ich laufe meinem Tod hinterher
Gestern Nacht hatte ich einen sehr schockierenden Traum. Gleich nachdem er begonnen hatte, wurde ich luzid. Ich schwebte in der Wohnung meines GroĂvaters (wie sie in der Zeit
meiner Kindheit ausgesehen hatte) und erblickte schrĂ€g unter mir einen kleinen Jungen. Allerdings nur von hinten. Ich hatte das GefĂŒhl, dass dieser kleine Junge ich sei. Der Junge verlieĂ die KĂŒche und ging den Flur entlang Richtung
Ausgang. Ich wollte ihn dazu veranlassen, dass er sich mir zuwendet. Doch ich bekam ihn nicht zu fassen und hatte das GefĂŒhl, dass er sich auch gar nicht umdrehen wollte. Ich folgte ihm weiter ins Treppenhaus. Kurz bevor er die HaustĂŒr
öffnen konnte, schrie ich ihn heftig an, er solle mich ansehen, ahnte aber gleichzeitig, dass dies gar nicht gut fĂŒr mich sei. Ich verhielt mich also aus reiner Neugier entgegen meines Instinktes. Nachdem ich ihn so hartnĂ€ckig
aufgefordert hatte, drehte er sich tatsĂ€chlich um, und ich blickte in ein Gesicht ohne Augen. Das heiĂt, die Augen waren einfach zugewachsen. Es gab keine Augenlider, sondern nur leere HautflĂ€che. Der Anblick versetzte mir einen
derartigen Schock, dass ich mit Todesangst erwachte. Dabei war aber weniger sein merkwĂŒrdiges Aussehen der Auslöser, als vielmehr das GefĂŒhl, dass ich an der Schwelle von etwas Ungeheuerlichem stand. Und nach einer Weile wurde mir auch
bewusst, um was es sich dabei handelte. Es war mein Tod. HĂ€tte der Junge Augen gehabt und mich angesehen, wĂ€re ich gestorben, denn ich hĂ€tte mir selbst in die Augen geblickt â was nicht dasselbe ist, wie in den Spiegel zu schauen.
Dies war das erste Mal, dass ich in einem luziden Traum mit einer tödlichen Gefahr konfrontiert wurde. Bisher war dies nur bei auĂerkörperlichen Erfahrungen der Fall gewesen. Ich ging deshalb davon aus, dass luzide TrĂ€ume â im
Gegensatz zu Astralaustritten - völlig ungefĂ€hrlich seien. Doch dieser luzide Traum war insofern anders, als ich die Gefahr spĂŒrte, sie aber trotzdem herausforderte.
Anmerkung: Es gibt eine Regel, die besagt, dass man vor
Angreifern im Traum nicht davonlaufen, sondern die Angst ĂŒberwinden und sich ihnen stellen oder zum Gegenangriff ĂŒbergehen sollte. Diese Regel kann ich bestĂ€tigen, da sie in meinem Fall immer etwas Positives bewirkte. Doch der kleine
Junge war ja kein Angreifer. Im Gegenteil, ich war es, der ihn angriff. Ich forderte etwas heraus, ohne zu wissen, was es war und obwohl ich die Gefahr spĂŒrte. (zurĂŒck)
27.02.2010
Fass mich an!
Vorgestern Nacht hatte ich einen halbluziden Traum. Ich sah vor mir auf einer Wiese ein kleines schwarzes MĂ€nnchen mit einem schwarzen Hund (das MĂ€nnchen ca. 25 bis 30 cm
groĂ). Und obwohl sie sich bewegten, als seien sie aus Fleisch und Blut, be- standen sie aus verkohltem Holz, das an einigen Stellen noch intensiv glĂŒhte. Ich wunderte mich ĂŒber diesen Anblick und ĂŒberlegte spontan, welche Symbolik in
diesen Figuren wohl stecken mag. Meine ersten Assoziationen waren Saturn-Mars. Und wĂ€hrend ich noch weiter grĂŒbelte, kam mir der Gedanke, das MĂ€nnchen einfach zu fragen.
Ich fragte also: âWas bist du?â
Darauf das MĂ€nnchen: âFass mich an!â
Weil ich mir nicht sicher war, ob ich richtig verstanden hatte, hakte ich noch einmal nach: âWas bist du?â
Darauf wiederholte das MĂ€nnchen mit Nachdruck: âFass mich an!â
Aus
verstĂ€ndlichen GrĂŒnden zögerte ich zunĂ€chst. Denn ich verspĂŒrte nicht das Ver- langen, mir die Hand an glĂŒhenden Kohlen zu verbrennen. Da ich mir aber vage be- wusst war, dass ich trĂ€umte, entschloss ich mich dann doch, das
glĂŒhende MĂ€nnchen zu berĂŒhren. Ich fĂŒhlte sofort einen intensiv brennenden Schmerz, der jedoch inner- halb einer Sekunde ertrĂ€glicher wurde und schlieĂlich in ein GefĂŒhl der WĂ€rme ĂŒber- ging.
Was ist nun das Besondere an dieser Geschichte?
Es ist die Tatsache, dass das MĂ€nnchen, statt auf meine Frage zu antworten, mir eine Lehre erteilte. HĂ€tte es mir auf meine Frage so geantwortet, wie ich es erhofft hatte, dann wĂŒsste
ich zwar, was das MĂ€nnchen ist, doch seine Lehre wĂ€re mir entgangen. Die Lehre, die da lautet: âDas Problem, das du gerade anfasst, schmerzt weniger lang, als du glaubst.â Oder: âWenn du es anfasst, tutâs nur kurz weh, schadet
nicht und du kannst es auf diese Weise begreifen.â (zurĂŒck)
27.04.2010
Video-Seminar KLARTRAUM CRASHKURS von Jens Thiemann:
www.lebedeinentraum.tv
Zwei Tiger, Flugtraum, Traumpersonen
Wie tÀuschend echt KlartrÀume unserer AlltagsrealitÀt gleichen können, zeigt folgender Traum:
Ich befinde mich in einem Wohngebiet einer Stadt und gehe bergab eine StraĂe lang mit
etwa 7% GefĂ€lle. Ich blicke ĂŒber die Stadt hinweg zum Horizont und bewundere das Licht, das ĂŒber der Stadt und der Landschaft liegt. Die Wolken am Horizont sind kobaltblau, die Farben der Szenerie sehr intensiv â so, wie man sie
hĂ€ufig bei Gewittern beobachten kann. Ich verspĂŒre den Wunsch, zu fliegen und sage mir: âSchade, dass dies kein Traum ist. Wenn es ein Traum wĂ€re, könnte ich jetzt fliegen.â Obwohl ich nicht daran zweifle, dass ich mich in der
AlltagsrealitĂ€t befinde, stelle ich mir vor, was ich jetzt tun wĂŒrde, wenn es ein Traum wĂ€re. Zu meiner Ăberraschung hebe ich tatsĂ€chlich vom Boden ab und schwebe durch die Luft. Erst in diesem Moment weiĂ ich, dass ich trĂ€ume. Nach
einer kurzen Flugstrecke lande ich auf einem schmalen Asphaltweg, der sich durch eine Ebene am Rande der Stadt windet und von SchrebergĂ€rten gesĂ€umt wird. Plötzlich sehe ich einen Tiger direkt vor mir und einen weiteren â einen
weiĂen â etwas weiter entfernt. Ich ĂŒberwinde meinen spontan einsetzenden Fluchtinstinkt und gehe auf den Tiger zu um ihn hinter den Ohren zu kraulen. ZunĂ€chst beiĂt er in meine rechte Hand, jedoch nur spielerisch. Dann lĂ€sst er
sich tatsÀchlich kraulen und ist ganz friedlich.
Ein anderer Klartraum:
Ich werde luzid in einer Kleinstadt mit historischem Stadtkern, mit gepflasterten StraĂen und PlĂ€tzen und alten BĂŒrgerhĂ€usern. Vor einem CafĂ© sitzen
Menschen. Ich beschlieĂe, sie darum zu bitten, mir eine Frage zu beantworten, die mich beschĂ€ftigt und gehe auf eine Person zu, die mir sympathisch erscheint. Ich stelle meine Frage, doch wie so hĂ€ufig in TrĂ€umen, ist die Antwort nach
logischen MaĂstĂ€ben purer Unsinn. Ich hĂ€tte sie erst deuten mĂŒssen, so wie man TrĂ€ume eben deutet. Zudem erschien mir die Antwort im ersten Moment nicht besonders interessant, weshalb ich mich nicht weiter mit ihr beschĂ€ftigte.
Parallel zu diesem verbalen Austausch- der fĂŒr mich nicht besonders zufriedenstellend verlief â vollzog sich mit der Person ein Wandel. Nachdem sie meine Frage gehört hatte, schien sie mir eher reserviert bis distanziert
gegenĂŒberzustehen. Also nicht gerade wohlwollend. Dies zeigte sich auch in ihrer Antwort. Und als ich mir ihr Gesicht nĂ€her anschaute, verĂ€nderte sich auch dieses. Aus dem anfĂ€nglich sympathischen Gesicht wurde das Antlitz eines
Wesens, das mir so fremdartig erschien, als kĂ€me es von einem anderen Stern. Es wirkte wie ein Alien. (zurĂŒck)
17.10.2010
Video-Seminar KLARTRAUM CRASHKURS von Jens Thiemann:
www.lebedeinentraum.tv
â
Der fliegende Berg
Folgender Klartraum liegt schon etliche Monate zurĂŒck. Ich schreibe ihn
hier deshalb nieder, um zu zeigen, dass Erlebnisse, fĂŒr die man in der AlltagsrealitĂ€t Kopf und Kragen riskiert und u.U. eine Menge Geld bezahlt, in einem Klartraum völlig ungefĂ€hrlich sind und kostenlos.
Ich stehe auf einem
Felsplateau und schaue mich um. Hinter mir â in etwa 40 Metern Entfernung â ist ein Pinienwald zu sehen. Die relativ kahle FlĂ€che davor ist annĂ€hernd halb so groĂ wie ein FuĂballfeld und spĂ€rlich mit dĂŒnnen GrĂ€sern und Flechten
bewachen. In der Mitte erkenne ich eine Feuerstelle. Als ich meinen Blick ĂŒber die RĂ€nder des Felsplateaus schweifen lasse wird mir bewusst, dass ich mich auf einem sehr, sehr hohen Berg befinden muss. Denn die Fernsicht ist einfach
grandios. Um die Aussicht zu genieĂen, gehe ich nun zum Rand der Klippe und schaue in die Tiefe. Hinter dĂŒnnen Schleierwolken, die wie feine Spinnweben viele hundert Meter unter mir hĂ€ngen, erkenne ich ein weites grĂŒnes Kulturland. Und
als ich einen Blick ĂŒber den Rand der Klippe riskiere, um an den FelswĂ€nden nach unten zu sehen, stelle ich mit Verwunderung fest, dass das Felsmassiv, auf dem ich stehe, zwar etliche hundert Meter hoch ist, aber keine Verbindung zur
Erde hat. Ich stehe also auf einem fliegenden Berg. Da mir bewusst ist, dass ich trÀume und mir die weitere Erkundung des Plateaus wenig reizvoll erscheint, tue ich das einzige, was mich in diesem Moment begeistern könnte: Ich springe in
die Tiefe und genieĂe mehrere tausend Meter freien Fall. Als ich mich dem Boden nĂ€here, verlangsamt sich meine Fallgeschwindigkeit und sich setze sanft auf der Erde auf. Am Rande eines kleinen Dorfes nordwestlich von Bad Windsheim. (zurĂŒck)
22.10.2010
Zoom
Ein eigentlich gewöhnlicher luzider Traum, der mir nur deshalb bemerkenswert er-
scheint, weil ich in ihm mit meiner Wahrnehmung experimentierte.
Ich stand direkt neben einem GebĂ€ude, an dem sich auch eine relativ spieĂige Garten- anlage befand. Rosenstauden, StrĂ€ucher, akkurat gestutzter Rasen, Gartenwege und
âplĂ€tze aus quadratischen Platten, die ein bisschen so aussahen, als bestĂŒnden sie aus einem Gemisch aus Beton und Kieselsteinen. Eine dieser Platten â ca. 3 bis 4 Meter entfernt â nahm ich ins Visier, um sie genauer zu betrachten.
ZunÀchst sah ich sie etwas unscharf, doch als ich mich konzentrierte, wurden ihre Konturen klarer. Plötzlich geschah folgendes: Die Platte löste sich von der Erde und flog auf mich zu, so dass sie nur noch etwa 1 Meter entfernt war. Es
wirkte so, wie wenn man im Internet ein Bild anklickt, um es zu vergröĂern. Ich zoomte die Platte also mit meinem Blick heran. (zurĂŒck)
13.11.2010
Das weiĂe Schwein
Ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie tÀuschend echt TrÀume unserer
AlltagsrealitÀt gleichen können:
Ich war mit einer Bekannten gerade in einem gröĂeren Raum mit irgendeiner Sache beschĂ€ftigt, als ich in etwa 4 Metern Entfernung auf dem Boden eine Bewegung wahrnahm. Es war ein Mini-Schwein. Das
Besondere: Es handelte sich um ein ausge- wachsenes Schwein, war aber nur etwa 10 Zentimeter hoch (kein Zwergschwein), völlig weiĂ, bewegte sich eher wie eine Ratte (oder wie im Zeitraffer) und trug auf der Flanke eine rote Aufschrift.
Der Anblick war einfach zu absurd, als dass ich nicht hĂ€tte stutzig werden mĂŒssen. Deshalb sagte ich zu meiner Bekannten: âSieh mal dort, ... das kann doch nur ein Traum sein. Wir trĂ€umen doch, oder?â Sie meinte (sinngemĂ€Ă):
âUnsinn! Was redest du denn da fĂŒrân Zeug ...â
Ich war einerseits absolut ĂŒberzeugt, dass es sich um einen Traum handeln mĂŒsse, da aber die Szenerie â abgesehen von dem Schwein â völlig real wirkte, lieĂ ich mich von
meiner Bekannten verunsichern und beschloss, dass es kein Traum sei. Erst beim Erwachen erkannte ich meinen Irrtum. Auf die Idee, einen RealitÀts-Check zu machen, kam ich nicht. Ich verlieà mich auf das Urteil meiner Bekannten.
Leider. (zurĂŒck)
18.11.2010
Wach? Traum? Wachtraum? Aus der Traum!
Ein Beispiel, wie âeinfallsreichâ unser
Unterbewusstsein ist, wenn es darum geht, uns selbst zu bescheiĂen, zeigt folgender Traum:
Ich sitze â vermutlich in einer Kneipe - an einem Tisch und unterhalte mich mit einem Mann, der mir gegenĂŒber sitzt. Ich versuche ihm
klarzumachen, dass ich zwar so aussehe, als sei ich wach und auch so handele und rede, als sei ich wach, jedoch keineswegs wach bin, da ich nÀmlich trÀume. Genau genommen schlafe ich nÀmlich, versuche ich ihm zu erklÀren. Der Mann
schaut etwas verstÀndnislos, als könne er sich meinen Zustand nicht recht vorstellen.
Das Kuriose an diesem Traum: Ich war weder vor dem GesprÀch luzid, noch wurde ich es im Laufe des GesprÀchs. Mir war wÀhrend des gesamten
Traumes nicht bewusst, dass ich trĂ€ume, obwohl ich dem Mann ausfĂŒhrlich erklĂ€rte, dass ich trĂ€ume und nur so aussah, als sei ich wach. Gehtâs noch bekloppter? (zurĂŒck)
04.01.2011
Tasten und Riechen im Traum
Ich
befand mich in den BĂŒrorĂ€umen eines FirmengebĂ€udes - vermutlich in einer Fabrik â als ich ohne besonderen Anlass luzid wurde. Meinem Eindruck nach zu urteilen, lag die Stadt, in der diese Fabrik stand, irgendwo in Ăsterreich. Was
sich im Folgenden nun ereignete, ist, was die Story betrifft, nicht besonders erwĂ€hnenswert. Dennoch war der luzide Traum fĂŒr mich in verschiedener Hinsicht beachtlich. Zum einen hielt das Wachbewusstsein sehr, sehr lange an, denn ich
war vom frĂŒhen Vormittag bis spĂ€t in den Nachmittag in dieser Stadt unterwegs (nach den Uhren der Traumzeit), zum anderen hatte ich Gelegenheit mit zwei Sinneswahrnehmungen zu experi- mentieren, die ich im Traum bisher weniger beachtet
hatte. Der Tast- und der Geruchssinn. WÀhrend meines Streifzugs durch die Stadt kam ich auch in einen Laden, der u.a. Lederwaren und textile MilitÀrtaschen im Angebot hatte. Da ich mir schon des öfteren im Wachbewusstsein Gedanken
gemacht hatte ĂŒber Tast- und Geruchsinn im Traum, kam mir nun die Idee, der Sache einmal auf den Grund zu gehen. Und da in meinem Blickfeld gerade ein StĂŒck grĂŒnes Wildleder hing, nahm ich es zwischen die Finger und betastete seine
rauhe OberflĂ€che. Ich fĂŒhlte genau das, was ich auch im Wachbewusstsein gefĂŒhlt hĂ€tte: ein leichtes Unbehagen verbunden mit einer GĂ€nsehaut. Das Empfinden war klar und deutlich und unterschied sich in keiner Weise von der
AlltagsrealitĂ€t. Daraufhin nahm ich eine olivegrĂŒne MilitĂ€rtasche, die gleich neben dem StĂŒck Wildleder hing, und schnupperte daran. Sie roch ganz intensiv so, wie ich es von MilitĂ€rtextilien bereits kannte. (zurĂŒck)
13.01.2011
Such den KĂ€se!
Wer glaubt, man mĂŒsse nur einfach regelmĂ€Ăig seine RealitĂ€ts-Checks abspulen, um Fortschritte beim luziden TrĂ€umen zu machen, könnte sich frĂŒher oder spĂ€ter mit Problemen
konfrontiert sehen, wie ich sie in letzter Zeit hÀufig erlebe.
Ich sitze in einem Reisebus und frage mich, ob ich wache oder trĂ€ume. Um dies zu klĂ€ren, schaue ich mich um und ĂŒberprĂŒfe meine Umgebung. Ich sehe nichts, was darauf
hindeuten wĂŒrde, dass es sich um einen Traum handelt, weshalb ich davon ausgehen könnte, dass ich mich in der AlltagsrealitĂ€t befinde. Plötzlich schnappe ich die Bemerkung eines Businsassen auf, der meint, dass der Bus, neben den
FahrgĂ€sten, noch eine besondere Fracht geladen hĂ€tte. Unter anderem kleine bzw. junge Pferde. Er sagt nicht FĂŒllen oder Fohlen, sondern irgendwas von kleinen oder jungen Pferden. Ich schaute also nach hinten, sah jedoch zunĂ€chst
nichts, was auf Pferde hindeuten wĂŒrde. Doch dann stellte ich fest, dass am Heck des Busses - und zwar seitlich, auĂen dran - mehrere groĂe Container montiert waren, in denen sich wohl die Fracht befinden musste. Allerdings waren die
Container nur so groĂ, dass sie maximal einen Hund hĂ€tten aufnehmen können. Kaum wurde mir dieser Sachverhalt klar, servierte mir mein innerer Dialog folgende "plausible" ErklĂ€rung: Er meinte, es wĂŒrde sich bei den kleinen
Pferden um Urpferde handeln - also um die Urahnen unserer heutigen Pferde. Und was sagte mein vom Traum eingelullter Verstand? "Ja. Hört sich eigentlich plausibel an." Dass es heute keine Urpferde mehr gibt und was diese, wenn
es sie gÀbe, in einem Container eines Reisebusses zu suchen hÀtten, so weit dachte er nicht. Logisches Denken ist eben nicht eine der StÀrken, die man mit dem Traum verbindet. Selbst dann nicht, wenn das logische Denken versucht,
wÀhrend des TrÀumens aktiv zu werden.
Ein paar Tage spĂ€ter hatte ich in einem Traum gerade etwas Zeit ĂŒbrig und dachte, ich könnte jetzt eigentlich ein paar RealitĂ€ts-Checks machen. Um es genauer zu sagen: Ich glaubte felsenfest,
ich befÀnde mich in der AlltagsrealitÀt und weil ich gerade etwas Zeit hatte, wollte ich ein paar RealitÀts-Checks machen. Das tat ich dann auch. Dummerweise waren es nur solche, die diesen Traum nicht als Traum entlarvten, weshalb ich
nach wie vor glaubte, wach zu sein. Ich kam also ĂŒberhaupt nicht auf die Idee, es könne ein Traum sein.
Wo liegt das Problem?
Das Unterbewusstsein ist wie ein Biologe, der im Labor die Intelligenz von Ratten testet. Hat die
Ratte das TĂŒrchen gefunden, wo der KĂ€se versteckt ist, versteckt der Biologe den KĂ€se eben hinter einem anderen TĂŒrchen. Und schon ist es mit dem Erfolgserlebnis aus. Die Suche beginnt von neuem. Wer seinen Verstand ungern mit einer
Versuchsratte vergleichen möchte, kann auch ein andere Beispiel wĂ€hlen. Unser Verstand ist wie ein Vater, der seinen Kindern (Unterbewusstsein) Verhaltensregeln beibringen möchte und dabei mit immer wieder neuen Tricks und AusflĂŒchten
seiner Kinder konfrontiert wird, weil diese seine Anweisungen zu umgehen suchen.
Um dem entgegenzuwirken wÀre es sinnvoll, sich seine ganz persönliche RealitÀts-Check-Liste zu erarbeiten, statt auf vorgegebene
zurĂŒckzugreifen. Und es wĂ€re nötig, mit den effizientesten zu beginnen und dann so lange zu prĂŒfen, bis es keinen Zweifel mehr darĂŒber gibt, ob man wach ist oder trĂ€umt. Der Aufwand könnte in manchen TrĂ€umen so hoch sein, dass man
das Wachbewusstsein verliert, weil einem vor lauter Suchen und ĂberprĂŒfen die Kontrolle entgleitet. (zurĂŒck)
06.02.2011
Traumschiff
Ich betrete mit einer guten Bekannten ein riesiges Schiff, das so groĂ ist,
dass es wie eine Stadt anmutet. Man könnte auch sagen: Das Schiff ist wie eine schwimmende Kleinstadt mit schmalen StraĂen und Gassen, mit mehrstöckigen GebĂ€uden, in denen alles zu finden ist, was man in einer Stadt eben erwartet. Wir
durchstreifen die engen GĂ€nge der verschiedenen Decks und verlieren uns irgendwann aus den Augen.
Szenenwechsel. Ich befinde mich plötzlich nicht mehr auf dem Schiff, sondern auf dem Marktplatz einer sĂŒdeuropĂ€ischen Stadt. Erst in
diesem Moment werde ich luzid. Der Marktplatz ist belebt mit kuriosen Tier- und Menschengestalten, die so wirken, als seien sie einem der Filme Fellinis entsprungen. Phantastisch, surreal. Ich entschlieĂe mich, alles so genau und so lange
wie möglich zu beobachten. Doch wĂ€hrend ich mich auf die Szenerie konzentriere, werde ich in einen anderen Stadtteil "entrĂŒckt", stelle jedoch schnell fest, dass es sich nicht nur um einen anderen Stadtteil handelt, sondern um
eine völlig andere Stadt. Eine eher deutsch anmutende Stadt. Mir wird bewusst, dass ich die Gegend aus meinem Wachbewusstsein kenne und beschlieĂe, irgend ein Haus oder ein anderes Objekt auf Details hin zu untersuchen, um sie dann
spĂ€ter in der AlltagsrealitĂ€t ĂŒberprĂŒfen zu können. Auf dem Weg zu einem geeigneten Objekt verlaufe - oder besser gesagt "verschwebe" - ich mich und mir wird bewusst, dass ich mich schon frĂŒher einmal genau an dieser Stelle
verirrt hatte. WĂ€hrend ich nun nach dem richtigen Weg suche erwache ich und muss ernĂŒchtert zur Kenntnis nehmen: Die Gegend, in der ich glaubte, schon einmal in der AlltagsrealitĂ€t gewesen zu sein, ist lediglich Teil eines frĂŒheren
Traumes. Ich hatte mich also nicht an einen Stadtteil aus meiner AlltagsrealitÀt erinnert, sondern an einen Stadtteil aus einem anderen Traum.
Ein paar NÀchte spÀter. Ich trÀume, dass ich mich auf einer spanischen Urlaubsinsel
aufhalte. Ein Freund von mir betreibt dort ein kleines GestĂŒt. Ich stehe gerade am Ufer eines Sees, der von einem Pinienwald umgeben ist, als mir der Gedanke kommt, RealitĂ€ts-Checks zu machen. Aber nicht etwa deshalb, weil ich den
Verdacht habe, zu trĂ€umen. Vielmehr bin ich fest davon ĂŒberzeugt, ich sei in der AlltagsrealitĂ€t. Ich möchte einfach nur ein bisschen Ăben, um fĂŒr kĂŒnftige TrĂ€ume "gewappnet" zu sein. Dass ich mich aber gerade in einem
solchen Traum befinde, auf die Idee komme ich nicht. (zurĂŒck)
30.06.2011
Airboarding
Vergangene Nacht hatte ich ein Erlebnis, das fĂŒr den ein oder anderen möglicherweise nicht unter den Begriff des "luziden Traumes" fallen wĂŒrde, da
mir wĂ€hrend des Trau- mes nicht bewusst war, dass ich trĂ€ume. Solche Spitzfindigkeiten auĂer Acht lassend, werde ich dennoch von einem luziden Traum sprechen.
Was ihn so besonders machte, war der hohe Grad des Wachbewusstseins,
verbunden mit einem Körperempfinden, das so real war, dass es mich sogar die Logik ĂŒber Bord werfen lieĂ.
Ich flog auf eine Weise, wie ich bisher noch nie geflogen war. Denn was ich tat, war Skateboarding in der Luft, jedoch ohne
Board. In etwa 30 Metern Höhe sauste ich durch ein grĂŒnes, dĂŒnn besiedeltes schmales Gebirgstal - Ă€hnlich denen in den Alpen. Dabei "fuhr" ich in rasanten Kurven auf der einen Seite des Tales hangabwĂ€rts, durch- querte die
Talsohle und brauste auf er gegenĂŒberliegenden Seite den Hang wieder hoch. Dann wieder zurĂŒck, wieder hoch, Kehrtwende, wieder runter, wieder hoch, u.s.w.. Ich benutzte das Tal quasi als riesige Halfpipe. WĂ€hrend dieser Fahrt war ich
völlig wachbewusst und agierte nach freiem Willen. Ich dachte sogar darĂŒber nach, ob es sich um einen Traum handeln könnte. Da aber die QualitĂ€t selbst des sensorischen Erlebens so völlig real schien, schuf mein Bewusstsein eine
Wirklichkeit, in der das Skateboardfahren in der Luft zu einem völlig alltĂ€glichen Vorgang wurde. Dennoch konnte ich in jeder Sekunde nach freiem Willen ĂŒber mein Tun entscheiden. Freie Willensentscheidung wĂ€hrend eines Traumes ist
also nicht unbedingt an das Be- wusstsein geknĂŒpft, dass man gerade trĂ€umt. Ich behaupte sogar, dass ein solches Wissen (dass man trĂ€umt) auch einen luziden Traum ruinieren kann, da man sich bei seinen Handlungen zu sehr an der
bekannten AlltagsrealitĂ€t orientieren wĂŒrde.
(zurĂŒck)
26.12.2011
Fortsetzung folgt!
Home
Weltbild
Berichte
Techniken
Gefahren
Traumdeutung
Fiktion
Kopfgeburten
Diverses
Ursprache
Links
Impressumg
Kontakt
Was gestern geschah, weiĂ jeder. Lesen Sie hier, was morgen passiert!
www.bald-zeitung.de