MAGISCHE TECHNIKEN

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Die Traumsteuerung
Die Astralprojektion



Die Traumsteuerung

Der Drang, sich mit Magie zu beschäftigen wird häufig genährt durch den Wunsch, die Grenzen der Alltagsrealität zu überschreiten und in Welten vorzudringen, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen. Ein geeignetes Mittel, diese Grenzen zu überschrei- ten, ist die Traumsteuerung, das wachbewusste Handeln und Erleben während des Traumes also.

Um die Technik der Traumsteuerung zu erlernen, ist es hilfreich, wenn beim Übenden bereits eine Veranlagung besteht, während des Träumens ab und zu das Wachbe- wusstsein zu erlangen. Zumindest sollte man eine Affinität zu Träumen haben, z.B. weil man sich häufig an seine Träume erinnert und sich damit beschäftigt. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, dürften die Ergebnisse eher frustrierend und die Erfolgs- aussichten begrenzt sein.

Will man seine Träume steuern ist es erst einmal notwenig, im Traum das Wachbe- wusstsein zu erlangen. Dies ist also die
erste Lektion, die man lernen muss. Um dieses Wachbewusstsein im Traum zu erlangen schlägt Don Juan Carlos Castaneda vor, während des Wachbewusstseins im Alltag sehr häufig seine Hände zu betrachten mit dem Vorsatz, diese später auch im Traum zu sehen. Tritt dies nach langem Üben tatsächlich ein, ist es wahrscheinlich, dass man sich an seinen Vorsatz aus dem Wachbewusstein des Alltags erinnert und denkt: „Moment mal, ich träume doch!“

Der Grund, weshalb Don Juan die Hände als geeignetes Übungsmittel vorschlägt, ist der, dass man seine Hände immer bei sich hat. Auch im Traum. Es gibt darüber hinaus keinen besonderen Grund. Genauso gut könnte man auch seine Füße betrachten oder etwas anderes.

Die Technik mit den Händen habe ich selbst betestet und sie hat auch funktioniert. Allerdings halte ich eine andere Technik für wesentlich effizienter. Diese Technik zielt direkt auf das Wesentliche der Traumsteuerung – das Bewusstsein.  

Um dies zu verstehen, muss man den Irrglauben aufgeben, dass man die Traum- steuerung erlernen könne, ohne seine Persönlichkeit grundlegend zu ändern. Vielmehr ist es so, dass die Technik mit der Zeit eine völlige Strukturänderung der Psyche be- wirkt.

Die Technik ist völlig simpel und beansprucht weder zusätzliche Zeit noch irgend- welche Übungsmittel. Sie kann immer und überall angewendet werden, wo einem im Alltag ein paar Sekunden der Aufmerksamkeit zur Verfügung stehen.

Die Technik geht so:
Immer wenn sich im Alltag Gelegenheit bietet, zweifle an, dass du wach bist. Auch wenn du dir dessen völlig sicher bist, dass du nicht träumst, solltest du dich fragen, ob du nicht vielleicht doch träumst. Dies ist nicht so abwegig, wie es scheint. Das wachbewusste Erleben im Traum ist oft dem wachbewussten Erleben im Alltag so ähnlich, dass es kaum zu unterscheiden ist. Betrachte deine Umgebung und das, was du direkt vor dir hast so, als gäbe es berechtige Zweifel daran, dass du dich in der Alltagsrealität befindest. Suche nach Hinweisen, ob das, was du gerade betrachtest, nicht doch Traumbilder sind. Versuche zu fliegen. Wenn du fliegen kannst, dann träumst du. Wenn du nicht fliegen kannst, bist du vielleicht wach. Vielleicht! Denn manchmal kann man auch im Traum nicht fliegen. Versuche, ob deine Hände durch Wände greifen können. Wenn sie es können, träumst du. Wenn sie es nicht können, bist du vielleicht wach. Vielleicht! Denn nicht immer kann man im Traum durch Wände greifen. Die Übung sollte nicht verbissen oder verkrampft durchgeführt werden, sondern eher ungezwungen und spielerisch, aber dennoch mit hoher Aufmerksamkeit. Vor allem sollte sie so häufig durchgeführt werden, wie es eine unverkrampfte Aufmerksamkeit erlaubt. Wenn du regelmäßig und häufig übst, wirst du das, was du da  gerade tust, irgendwann auch im Traum tun. Du wirst dich also im Traum irgend- wann fragen: „Bin ich jetzt wach oder träume ich?“ Und wenn du fleißig weiter übst, wird diese Frage immer häufiger in deinen Träumen auftauchen. Dies ist der Moment, ab dem die
zweite Lektion beginnt – die Aufrechterhaltung des Wachbewusstseins während des Traumes.

Das Problem eines Träumers, der im Traum sein Wachbewusstsein erlangt hat, ist, dass er dieses Wachbewusstsein oft nur wenige Sekunden aufrechterhalten kann, um schon nach wenigen Augenblicken wieder in einem gewöhnlichen Traum zu versinken. Dieser Vorgang ist so, als würde man während des Traumes wieder einschlafen. Die Gründe für diesen Verlust des Wachbewusstseins sind im Wesentlichen zwei. Ent- weder, der Träumer ist so müde, dass er gleich nach der Erlangung des Wachbewusst- seins wieder einschläft oder der Träumer ist nicht aufmerksam genug, um seine Kon- zentration bewusst zu lenken. Im ersten Fall sollte man den Verlust des Wachbe- wusstseins akzeptieren, da der Körper einfach seinen Schlaf braucht. Im zweiten Fall jedoch ist genügend Energie vorhanden, den Wachtraum aufrecht zu erhalten. Ist dies der Fall, sollte man den Automatismus des gewöhnlichen Träumens unterbrechen, indem man mit voller Aufmerksamkeit die unmittelbare Umgebung erkundet. Auf keinen Fall sollte man jetzt versuchen, irgendetwas zu tun, wozu einen die Gier oder die Lust treiben. Denn dies hätte den Verlust der Traumkontrolle zur Folge. Schließlich ist es ja das Merkmal eines gewöhnlichen Traumes, getrieben zu sein. Doch hier, bei der Traumsteuerung, geht es um die Kontrolle des Bewusstseins und somit auch der Triebe und alltäglichen Neigungen. Ein weiterer Faktor, der die Traumsteuerung in dieser Phase vor allem bei Anfängern (ungeübten Träumern) gefährden kann ist die Neigung, vor lauter Aufregung über das Gelingen die Kontrolle zu verlieren. Die Gründe für diesen Kontrollverlust sind die gleichen wie bei von Gier und Lust getriebenen Träumern. Unkontrollierte Gefühlsausbrüche vertragen sich eben nicht mit einem kontrollierten Bewusstsein. Der Träumer sollte also versuchen, möglichst gelassen zu bleiben.

Zurück zum Ausgangspunkt, dem Moment, in dem das Wachbewusstsein eintritt. Ab diesem Zeitpunkt sollte man also, wie bereits erwähnt, seine ummittelbare Umgebung so aufmerksam und genau wie möglich erkunden. Man sollte dies so tun, als sähe man die Welt zum aller ersten Mal. Wie ein Kind, das völlig fasziniert in der Betrachtung seiner Umgebung aufgeht. Während dieses Betrachtens ist es unter allen Umständen zu vermeiden, seinen Blick längere Zeit auf einen bestimmten Punkt gerichtet zu halten, da dies eine Art Trance auslöst, die zum Verlust der Bewusstseinskontrolle führt. Schon zwei Sekunden des Anhaftens können genügen, um sich in einem gewöhnlichen Traum zu verlieren. Der Blick sollte daher immer in Bewegung sein. Man sollte also mit den Augen ständig nach neuen Objekten suchen und die Umgebung auf diese Art abtasten. Diese Technik wird übrigens auch bei Carlos Castaneda empfohlen und ich kann ihre Effizienz nur bestätigen.

Um seine Fortschritte in der Traumsteuerung zu forcieren ist es ratsam, dieses auf- merksame Betrachten auch im Wachbewusstsein des Alltags zu üben. Man kann es in dieser Lernphase sogar mit der Übung aus der ersten Lektion verbinden. Zum Beispiel, indem man zunächst anzweifelt, dass man wach ist, um dann die Umgebung aufmerk- sam mit den Augen abzutasten und auf ihre „Echtheit“ zu überprüfen.

Voraussetzungen für die Traumsteuerung:
Da man erst einmal das Wachbewusstsein im Traum erlangen muss, bevor man es steuern kann, ist eine geistige Ausgeruhtheit förderlich, wenn nicht sogar nötig. Die besten Ergebnisse erzielt man nach meinen Erfahrungen dann, wenn man geistig ausgeruht ist, körperlich aber völlig erschöpft. Dies gilt übrigens auch für das Verlassen des Körpers bei gleichzeitiger Wahrnehmung der Alltagsrealität.

Dat.: 23.04.2004


Ist man nach einiger Zeit des Übens in der Lage, das Wachbewusstsein während des Traumes für einige Sekunden aufrecht zu erhalten, kann man mit der dritten Lektion beginnen. Diese unterscheidet sich von der zweiten nur darin, dass man dazu über- geht, die weitere Umgebung zu erkunden. Also nicht nur Naheliegendes betrachtet, sondern Dinge und Geschehnisse im weiteren Umkreis. Für dieses schrittweise Vor- gehen (zweite Lektion: nähere Umgebung; dritte Lektion: weitere Umgebung) gibt es einen Grund: Wer in die Ferne schweift, schweift leicht ab und driftet in einen ge- wöhnlichen Traum hinüber. Wie in der zweiten Lektion, so gilt auch in der dritten, dass man seinen Blick bzw. seine Aufmerksamkeit immer in Bewegung halten sollte. Wie groß diese Bewegungen sind, spielt keine Rolle. Es geht lediglich darum, dem Bewusstsein durch die wechselnden Eindrücke immer wieder neue Impulse zu geben. Diese Impulse unterstützen den Geist bei der Aufrechterhaltung des Wachbewusstseins. Sie wirken wie viele kleine in Serie geschaltete Wecker, die uns am Einschlafen hindern.

Menschen, die durch andere Sinneswahrnehmungen stärker angesprochen werden, müssen sich in der zweiten und dritten Lektion nicht auf das Anblicken der Dinge beschränken. Sie können auch riechen, schmecken, tasten, hören oder fühlen, wenn dies ihre Aufmerksamkeit fördert.

Wenn man in den Aufgaben der dritten Lektion einige Übung erlangt hat, setzt die
vierte Lektion ein. In dieser Phase versucht man, willentlich zu handeln. Man nimmt sich also etwas vor und tut es. Dabei ist aber Folgendes zu beachten:

1. Die Handlungsabsicht sollte sich auf etwas richten, was in diesem Moment des Traumes gerade sichtbar ist.

2. Das Ziel bzw. Objekt der Handlungsabsicht sollte nicht zu weit entfernt liegen.

3. Die Handlungsabsicht sollte nicht irgendeiner starken emotionalen Regung entsprin- gen (Gier, Aufregung, sexuelle Lust, etc.), da dies wieder zum Kontrollverlust führen kann. Am besten für das Gelingen der Übung ist es, wenn man den Objekten der Handlungsabsicht emotional neutral gegenübersteht.

4. Das verbissene, krampfhafte Erreichen-wollen des Handlungszieles sollte vermieden werden. Vielmehr sollte das Handeln spielerisch erfolgen. Man sagt sich also nicht „Mensch, ich will unbedingt dieses oder jenes tun“, sondern „Ach, ich könnte ja eigentlich mal dieses oder jenes versuchen“.

Dat.: 24.04.2004

Fünfte Lektion: Wesentlich schwieriger als das wachbewusste, willentliche Handeln während eines Traumes ist der bewusste, willentliche Übergang von der einen Traum- welt in eine andere. Während das bewusste Handeln während eines vorgefundenen Traumes dem bewussten Handeln im Wachzustand gleicht, ähnelt der Wechsel von dem vorgefundenen Traum in einen anderen der Arbeit eines Schauspielers, der gedanklich und emotional in eine neue Rolle schlüpft. Es ist wie das Erschaffen einer neuen Welt, die einen umgibt, inklusive aller Sinneseindrücke, die zu dieser Welt gehören. Da dieser gedanklich-emotionale Vorgang wohl von kaum jemanden in der Alltagswelt geübt wird (es sei denn, er ist Schauspieler oder er verfügt aus einem anderen Grund über die Fähigkeit, willentlich emotional aufgeladene Fantasiebilder zu erzeugen), fällt er besonders schwer. So kann der Versuch anfangs häufig dazu führen, dass der Träumer zwar seinen alten Traum verlässt, aber während des Über- gangs in den neuen Traum die Kontrolle verliert und entweder in einen nichtbewussten Traum verfällt oder in die Alltagsrealität erwacht. Warum ist dies so?

Das Aufrechterhalten der Traumkontrolle ist wie eine Gratwanderung, bei der sich auf der einen Seite des Grates der unbewusste gewöhnliche Traumzustand befindet und auf der anderen Seite das Wachbewusstsein unserer Alltagsrealität. Wir haben uns von der Seite des unbewussten Traumzustandes hochgearbeitet und wandern nun wie ein Seiltänzer auf dem Grat, stets darauf achtend, weder auf der einen Seite in einen gewöhnlichen Traum zurückzufallen, noch auf der anderen Seite in die Alltagsrealität zu erwachen.

Der Wechsel in eine andere Traumwelt erfordert jedoch eine kurze Aufgabe der Kontrolle. Der Vorgang ähnelt dem Wechsel vom Wachbewusstsein der Alltagsrealität in den unbewussten Traumzustand. Unser Körper kennt diesen Zustand bereits vom Einschlafen und spult sein ihm bekanntes Programm ab. Er neigt also dazu, einzu- schlafen. Doch um dies zu verhindern, versuchen wir als Gegenreaktion krampfhaft wach zu bleiben, was zum Erwachen in die Alltagsrealität führt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man, um von dem ersten wachbewussten Traum in den nächsten wachbewussten Traum zu wechseln, wieder einschlafen muss, allerdings ohne das Wachbewusstsein zu verlieren. Paradox. Man schläft sich sozu- sagen in den anderen Traum hinüber. Es ist ein Wechselspiel zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Struktur und Auflösung. Um die Ordnung und Struktur einer neuen Traumwelt zu erschaffen, muss man die alte auflösen.

Der neue Traum, in den man wechselt, ist, hier in dieser 5. Übungsphase, nicht frei wählbar. Man muss sich stattdessen damit begnügen, was einem das Unterbewusst- sein als nächstes serviert. Würde man hier an dieser Stelle des Übens bereits ver- suchen, eine ganz bestimmte Traumwelt zu erzeugen, würde man vermutlich scheitern.

Das, was uns die Traumkontrolle anfänglich wie eine Gratwanderung erscheinen lässt, resultiert aus der strikten Trennung zwischen bewusst und unbewusst, zwischen Alltagsrealität und gewöhnlichem Traum, die wir im Laufe unseres Lebens erlernt und verinnerlicht haben. Wir sind es nicht gewohnt, den Pfad zu gehen, der zwischen diesen beiden Extremen führt.  

Um in die nächste Übungsphase zu wechseln, sollte man die Gratwanderung gut beherrschen.

Dat.: 07.05.2004


Sechste Lektion: Der Wechsel von einer Traumwelt in eine andere verlangt einen höheren Bewusstseinsgrad als das bloße Aufrechterhalten des Bewusstseins während eines Traumes. Der Träumer verliert dabei, wie bereits beschrieben, häufig die Kon- trolle. Um dem entgegenzusteuern, kann er eine Technik anwenden, die ich hier kurz beschreiben möchte.

Befindest du dich in einem wachbewussten Traum, in dem du dir sowohl deiner eigenen Person als auch der Traumumgebung und deines Traumzustandes bewusst bist, solltest du dein Bewusstsein folgendermaßen steuern:

Ziehe die Aufmerksamkeit von der Traumumgebung zurück und achte nur mehr auf dich selbst. Sei dir deiner selbst, deiner eigenen Person als Träumer bewusst. Ignoriere das weitere Traumgeschehen. Versuche, diesen Zustand auszudehnen. Interessiere dich nur noch für dich selbst als Träumer. Sage dir in etwa: „Ich träume. Ich träume und bin mir dessen bewusst. Alles andere interessiert mich nicht. Ich träume. Nur ich existiere. Usw.“ Diesen Zustand solltest du regelmäßig in deinen Träumen hervorrufen, um Übung zu erlangen. Dann erst, versuchst du, in eine andere Traumwelt einzu- tauchen. Entweder, indem du folgenden Träumen ihren Lauf lässt oder indem du dich an etwas erinnerst, von dem du träumen möchtest. Anders gesagt: indem du dich in diese Erinnerungen hineinträumst. Dabei solltest du dir aber auch gleichzeitig weiterhin deiner selbst als Träumer bewusst bleiben.

Dat.: 10.10.2004

Ergänzung zu Lektion 2 und 3:
Das Bewegen der Augen, das den Träumer daran hindern soll, sein Wachbewusstsein zu verlieren, kann auch durch eine andere Technik ersetzt werden. Denn im Grunde sind es nicht die Augenbewegungen selbst, die das Einschlafen verhindern, sondern die dadurch ausgelösten Impulse an das Bewusstsein. So kann statt des Wechsels zwischen verschiedenen Objekten und Blickpunkten (Augenbewegung) auch ein Wechsel der Aufmerksamkeit zwischen Objekt und Träumer erfolgen. Der Träumer ist sich also abwechselnd einmal des betrachteten Objektes bewusst und im nächsten Augenblick sich seiner selbst, um im nächsten Moment wieder das Objekt zu fokus- seren usw.

Dat.: 11.10.2004

Interessante Links zum Thema Traumsteuerung:

Video-Seminar KLARTRAUM CRASHKURS von Jens Thiemann:
www.lebedeinentraum.tv
Weitere:
www.oobe.ch
www.traumgrenze.de
www.klartraum.ch
www.klartraum.de
www.schlafkampagne.de



Die Astralprojektion

Viele mögen annehmen, die Astralprojektion sei attraktiver als die Traumsteuerung. Nach meiner Erfahrung ist sie es nicht. Die Astralprojektion ist nicht nur um vieles schwieriger zu erlernen und zu handhaben, sondern auch begrenzter in ihrem Erlebnis- spektrum.

Denn: Wer seinen physischen Körper verlässt, tut dies gewöhnlich mit der Absicht, seine Aufmerksamkeit und sein Handeln auf die physische Welt zu richten, seinen Astralkörper also in der ihm bekannten Alltagsrealität agieren zu lassen. Wenn die Motive Experimentierfreude, Pioniergeist, Abenteuerlust, o.ä. sind, spricht nichts dagegen, die Mühen des Lernens auf sich zu nehmen. Wird man allerdings von der Befriedigung seiner Gier und von Machtstreben getrieben, ist es besser, keine Sekunde mit dem Astralwandern zu verschwenden. Physische Bedürfnisse befriedigt man besser in der physischen Realität. Wenn man da nicht in der Lage ist, sie zu befriedigen oder seine Probleme zu lösen, wird einem dies mittels Astralprojektion erst recht nicht gelingen.

Die Steuerung eines wachbewussten Traumes dagegen bietet ein Erlebnisspektrum das schier unendlich ist sowie einen Reichtum an emotionalen Erlebnissen, wie wir ihn in unserer gewohnten Alltagsrealität kaum finden werden.

Dennoch möchte ich meine Erfahrungen mit der Astralprojektion kurz beschreiben.

Um es gleich vorweg zu nehmen: die Astralprojektion direkt aus dem Alltagsbe- wusstsein heraus und dies auch noch zu jeder beliebigen Gelegenheit, ist mir persönlich bislang noch nicht möglich. Meine Erfahrungen erstrecken sich auf das Verlassen des physischen Körpers entweder aus einem luziden Traum oder aus dem Halbschlaf heraus.

Für das Astralwandern ist eine körperliche und emotionale Losgelöstheit, eine tiefe Entspannung, Voraussetzung. Diese Entspannung erreicht der durchschnittlich Veran- lagte gewöhnlich nur im Schlaf. Deshalb kann es für den Übenden nützlich sein, seinen Geist so zu trainieren, dass er beim Übergang vom Wachen zum Schlafen sein Wach- bewusstsein nicht verliert. Zu diesem Zweck sollte der Übende regelmäßig nachspüren bzw. –empfinden, was in seinem Körper, in seinem Geist, in seinen Gefühlen vorgeht, während er einschläft. Er sollte sich völlig ungezwungen und unverkrampft, jedoch aufmerksam selbst beobachten, während er in den Schlaf hinüber gleitet. Erst, wenn er wahrnimmt, was in dieser Phase in ihm vorgeht, kann er auf diese Vorgänge Einfluss nehmen. So wird es ihm früher oder später gelingen, seinen Körper einschlafen zu lassen, während sein Geist weiterhin wach bleibt. Damit ist es ihm quasi möglich, bei vollem Wachbewusstsein von der Alltagsrealität in die Traumrealität zu wechseln.

Das Erlernen der beschriebenen Technik ist nicht nur eine mögliche Vorstufe der Astralprojektion, sondern auch der oben beschriebenen Traumsteuerung. Somit führt das Experimentieren auf der Grenze zwischen Wachen und Schlafen zu einer Fähigkeit, die man als eine der Schlüsselqualifikationen der Magie bezeichnen könnte.

Hat man das Wachbewusstsein im Traum erlangt – ob durch eben beschriebene oder weiter oben unter
„Traumsteuerung“ erwähnte Technik – sollte man versuchen, im Traum zu fliegen. Gelingt es einem, sich im Traum in die Luft zu erheben und zu schweben, braucht man nur noch aufzuwachen. Und wenn man erwacht, findet man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit außerhalb seines physischen Körpers in der Luft schwebend. Wenn man Pech hat, wird der Astralkörper allerdings sehr schnell wieder nach unten in den physischen Körper gezogen. Mit etwas Glück schwebt man jedoch weiterhin in der Luft und kann nun versuchen, seinen Astralkörper zu steuern. Dies ist äußerst schwierig, weil man sich völlig starr und unbeweglich fühlt. Zudem nimmt der Körper in diesem Zustand emotional und visuell Dinge wahr, die sehr beängstigen wirken können. Dies umso mehr, als man sich nicht bewegen kann und etwas hilflos ausgeliefert ist. Bei den erwähnten Dingen handelt es sich um Energiefelder, denen eigenes Bewusstsein inne zu wohnen scheint. Sie wirken auf das Energiefeld des Astralkörpers ein und erwecken den Eindruck, eine Absicht zu verfolgen, die auf die Person des Träumers gerichtet ist. Diese Absicht kann auch äußerst „bösartiger“ Natur sein (siehe unter Berichte!). Oftmals ist es aber alleine schon die Fremdartigkeit dieser Wesen, die – gemeinsam mit dem Unvermögen, sich zu bewegen – eine Panik im Träumer auslösen kann. Eine wirksame Art, diese Panik zu verhindern, ist höchst- mögliche Gelassenheit zu wahren.

Der Astralkörper ist, wie gesagt, schwer zu kontrollieren. Ganz einfach deshalb, weil wir es in unserem Leben nicht gelernt haben, mit ihm umzugehen. Und je älter wir werden, desto schwerer lernen wir ja bekanntlich. Anfangs wird sich der Übende vermutlich fühlen, als sei er eine schwebende Mumie, die sich als Ganzes zwar im Raum, nicht aber ihre einzelnen Gliedmaßen bewegen kann. Er wird sich deshalb darauf beschränken müssen, den Astralkörper mittels seines Körpergefühls durch den Raum zu bewegen. Bildet er sich ein, sein Körper sei schwer, wird sich sein Astralkörper vermutlich nach unten bewegen. Bildet er sich ein, sein Körper sei leicht, schwebt er „hoffentlich“ nach oben. In entsprechender Weise steuert er seinen Körper auch nach vorne, hinten, rechts und links. Eine weitere Möglichkeit der Steuerung ist die ungezwungene Absicht, die bereits bei der
Traumkontrolle beschrieben wurde.

Nach meiner Einschätzung dürfte es für den Übenden der Astralprojektion von großem Vorteil sein, intensiv und regelmäßig Raja-Yoga zu üben bzw. Meditationstechniken, die das Wach- und Traumbewusstsein als Gegenstand der Betrachtung haben sowie Meditationstechniken, die die !!! kontrollierte !!! geistig-emotionale Beweglichkeit fördern. Da unser Geist die Neigung hat, sich pausenlos unkontrolliert zu bewegen, wird es für viele Übende vorher erst einmal nötig sein, den Geist zur kontrollierten Unbeweglichkeit zu erziehen, so wie dies beim Zazen, aber auch beim Raja-Yoga praktiziert wird.

Dat.: 02.10.2005


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