DIVERSES
Inhalt
Die Beschwörung des Menschen fressenden Nachbarn
Neue Geldsysteme
Liebe auf Be-Stellung
Aus den Yoga-Aphorismen des Patanjali
Das 2. Buch Mose und die Nibelungensage
Die Beschwörung des Menschen fressenden Nachbarn
Ein netter, freundlicher, vielleicht etwas naiver Mensch namens Max hatte bisher keine größeren
Probleme mit seinen Nachbarn. Eines Tages ziehen in seiner Nachbarschaft Tarmaliner ein, Menschen aus Tarmalien also, einem Land jenseits des kylostakischen Ozeans. Diese Tarmaliner sehen etwas seltsam aus und benehmen sich auch so. Ein
Nachbar erzählt ihm, die Tarmaliner fräßen in ihrer Heimat Menschen und man könne ja nie wissen, ob sie diese Gewohnheit hier bei uns in Deutschland aufgäben. Es wäre doch sicher ratsam, sich ein Sicherheitsschloss installieren zu
lassen und am besten auch gleich nur noch mit Knarre schlafen zu gehen. Unser netter, freundlicher Mensch namens Max glaubt seinem Nachbarn und verwandelt sich nun in einen misstrauischen Menschen, der jedes Mal Schweißausbrüche bekommt,
wenn ein Tarmaliner im Treppenhaus an ihm vorbei läuft. Der Tarmaliner seinerseits spürt die Abneigung und benimmt sich nun ebenfalls etwas merkwürdig, was unseren einst netten Menschen in seiner Annahme noch bestätigt und sein
Misstrauen in Abneigung, Angst und schließlich in pures Entsetzen verwandelt. WAS IST PASSIERT?
Der Nachbar von Max hat eine Beschwörungsformel gesprochen. Diese Beschwörungs- formel hat Max in seinem Kopf täglich wiederholt, bis er
sich in einen anderen Men- schen verwandelte und gleichzeitig ein Gespenst heraufbeschwor. Das Gespenst des menschenfressenden Nachbarn.
Eines Tages begegnet Max seinem Nachbarn im Treppenhaus. Und dieser spricht nun folgende Formel:
Ich habe dich angeschwindelt. Die Tarmaliner fressen keine Men- schen. Im Gegenteil. Sie sind die nettesten Menschen, die du dir vorstellen kannst, usw.
Da fällt aber unserem Max ein Stein vom Herzen und er ist plötzlich – fast
wieder – der Alte.
Am Abend sitzt Max vor dem Fernseher und langweilt sich. Er hätte jetzt Lust auf einen Horrorfilm, der einem die Schweißperln auf die Stirn treibt. Plötzlich denkt er sich: Mensch, ich könnte doch das Gespenst
des menschenfressenden Nachbarn heraufbeschwören, das ist besser als ein Horrorfilm. Gedacht, getan. Max spricht die erste Formel, die ihm sein Nachbar genannt hatte. Doch HALT! Bevor die Formel wirken kann, muss er noch die Formel, die
ihm sein Nachbar im Treppenhaus nannte, auf- heben bzw. aus seinem Gedächtnis verbannen. Max überlegt hin und her, wie er diese Formel verbannen könnte und plötzlich fällt ihm die Gegenformel ein: Sein Nachbar ist ein Lügner. Er hat
ihn auf der Treppe angelogen. Wahrscheinlich, weil er mittlerweile selbst auf der Seite der Tarmaliner steht und Menschen frisst. Jetzt hat er plötzlich nicht nur die Tarmaliner gegen sich, sondern auch noch seinen langjährigen Nachbarn.
Grauenhaft. Max malt sich schon die schlimmsten Horrorszenarios aus. Und schließlich kriegt er auch Schweißaufbrüche. Doch Max muss aufpassen, dass er die Kontrolle nicht verliert. Schließlich will er ja nicht sein Leben lang in einem
Alptraum leben, sondern nur heute Abend. Es muss ihm die schizophrene Tat gelingen, jederzeit die Formel zu sprechen, die er gerade völlig aus seinem Gedächtnis verbannt hat und die ihn vom Gespenst des menschenfressenden Nachbarn
befreien kann. (zurück)
Neue Geldsysteme
Folgender Text ist eine Sammlung von Gedanken zu diversen Beiträgen aus folgendem Forum:
http://www.f27.parsimony.net/cgi-bin/topic-flat.cgi?Nummer=67523&Phase=Phase1&T
hreadNummer=13220
Ich
veröffntliche ihn hier, da er sich mit der spirituellen Komponente unseres Geldes beschäftigt und Geld einen starken Bezug hat zu Macht und Magie.
Auch im Forum der Bald-Zeitung unter ...
http://www.bald-zeitung.de/mambo_db/index.php?option=com_simpleboard&Itemid=35
&func=view&catid=27&id=9#9
Ich
muss gestehen, dass ich von Geldsystemen und Geldpolitik so ziemlich Null Ahnung habe. Da mich das Thema aber in letzter Zeit zu interessieren begann, habe ich mal ein bisschen über den einen oder anderen Satz von Euch nachgedacht, um mir
selbst ein bisschen Klarheit zu verschaffen. Dabei möchte ich das Thema einmal von einer etwas anderen Seite betrachten und, wenn nötig, ein paar naive Fragen und Sätze von mir geben, auch auf die Gefahr hin, als DAU dazustehen. Aber
die muss es ja schließlich auch geben, damit sich andere als KAU (Klügste Anzunehmende User) fühlen können.
King Henry. schreibt: „Gier und ähnliche Dinge sind im spirituellen Bereich zu behandeln. Nicht beides in einen Topf
werfen.“
Doch genau das tue ich nun mal, weil ja Geld und alles, was dran hängt, unserem Spirit entspringt. Schließlich hat sich das Geld nicht unser Arsch ausgedacht, sondern unser Kopf. Das heißt: Geld, Schulden, Zinsen,
usw. sind Dinge, zu denen es auf der gedanklichen, emotionalen und körperlichen Ebene eine Entsprechung geben muss.
GELD
Geld ist ein Tausch-mittel. Oder anders: Ein Mittel, um etwas auszutauschen. Das gleiche gilt auch
für die Sprache (im weitesten Sinne). Auch sie ist ein Mittel, um etwas auszutauschen. Gedanken, Gefühle, geistige Inhalte, etc.
Sobald sich zwei Menschen begegnen, beginnt die Kommunikation. Der Austausch von Information, ob bewusst
(beabsichtigt) oder unbewusst (unbeabsichtigt).
Bei diesem Austausch kann es vorkommen, dass beide Kommunikationspartner mit dem Gespräch zufrieden sind (alles ist ausgeglichen), es kann aber auch sein, dass einer – oder beide –
meinen, der andere würde ihm etwas schuldig bleiben. Wobei wir bei den Schulden angelangt wären.
SCHULDEN
Die Menschen tauschen aber nicht nur verbal Informationen aus, sondern auch nonverbal. Dabei sind Gefühle im
Spiel. Und zwar bei jeder Art von Beziehung. Und je intensiver der Austausch wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass beide Schuld(-en) auf sich laden. Dies macht Beziehungen oft schwierig und kompliziert.
Doch gehen wir einmal
weg vom rein verbalen oder emotionalen Austausch, hin zum Austausch von Gefälligkeiten (in der Wirtschaft Dienstleistung genannt). Eine Person A bittet seinen Nachbarn (Person B) um eine Gefälligkeit. Person B erweist Person A die
Gefälligkeit. Person A ist zufrieden. Ist es Person B nun tatsächlich Wurscht, ob Person A ihm im Gegenzug auch eine Gefälligkeit erweist, gibt es keine Probleme. Doch in der Regel sind die Menschen nicht so selbstlos. Auf irgendeine
Art muss ein Ausgleich erfolgen. Wenn dieser Ausgleich ausbleibt, dann wird Person B gegenüber Person A im Laufe der Zeit immer missmutiger, weil Person B das Gefühl hat, Person A sei ihm noch etwas schuldig. Und je länger es dauert, bis Person A diese Schuld begleicht, desto größer wird die Schuld in den Augen von Person B. Person B ist dann vielleicht so stinksauer, dass sie sagt: „Nee, mit nur einer kleinen Gefälligkeit ist es jetzt nicht mehr getan. Der muss mir wenigstens noch ein Bier ausgeben.“ Wobei wir bei den Zinsen angelangt wären.
ZINSEN
Sicher kennt jeder von Euch das Gefühl: Je länger man ein anstehendes kleines Problem ignoriert, desto größer wird es. Am Ende ist es so groß, dass man es gar nicht mehr bewältigen kann. Man kann es nicht
mehr bearbeiten oder verarbeiten (wobei wir auch die ARBEIT ins Spiel bringen, die ja so häufig mit dem KAPITALverknüpft wird). Weil man seine Schuldigkeit nicht rechtzeitig getan hat, wird die eigene Schuld an den
bevorstehenden Folgen des Problems immer größer. Und dann sagt irgendwann einer – ob die Natur, der Nachbar oder der Arbeitskollege: „Das zahlst Du mir zurück, mit Zins und Zinseszins!“
Es gibt ja auch noch andere
Redensarten, die auf den Zusammenhang zwischen Schuld und Schulden sowie Geld und Sprache hinweisen.
„Jemand hat viel auf dem Kerbholz.“
… Was nichts anderes sagt, als dass er sich viel zu Schulden kommen ließ. Auf dem
Kerbholz markierte man früher die monetären Schulden.
„Mit dem hab ich noch ne Rechnung zu begleichen.“
… Was nichts anderes sagt, als dass da irgendeine Art Schuldigkeit noch nicht ausgeglichen wurde.
„Jemand legt jedes Wort auf die Goldwaage.“
… Dies sagt zwar aus, dass jemand ziemlich kleinlich im Bezug auf den verbalen Austausch ist. Aber schon die Tatsache, dass man hier Worte auf die Waage legt, also gegeneinander
aufwiegt, weist auf die Verwandtschaft zum Geld oder anderen Tauschgütern hin.
Johannes schreibt: „Der Zins, der einer Währung "anhaftet", besteht aus zwei Teilen, nämlich … der Gebühr, die der Herausgeber des
Geldes für das Inverkehrbringen des Geldes verlangt und …“
Auch diese GEBÜHR
ist nachvollziehbar und hat eine Entsprechung zum verbalen und nonverbalen Austausch. Denn um sich austauschen zu können, muss man erst einmal eine Sprache erlernen. Das heißt, man muss selbst einen Aufwand erbringen, um überhaupt kommunizieren zu können. Und nicht nur man selbst muss einen Aufwand erbringen, sondern auch Eltern, Lehrer und andere Personen, von denen man die Sprache erlernt. Und wenn man sich mit Menschen anderer Nationen austauschen will, ist der Aufwand noch größer, da man sich eine fremde Sprache aneignen muss. Diese fremde Sprache entspricht der Fremdwährung.
Was ist also falsch am bestehenden Geldsystem?
Es spiegelt doch genau unsere Verhaltens- und Erlebnismuster wider, die wir im Bezug auf unser Wertesystem sowie unsere persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen
haben.
Wenn einer von Euch garantieren kann, ab heute NIE MEHR irgendeine SCHULD auf sich zu laden, sondern stattdessen seine bestehende SCHULD gänzlich zu tilgen, dann wäre er reif genug, mit jedem Geldsystem schuldenfrei
umzugehen.
Wer aber von Euch nicht garantieren kann, künftig keine SCHULD mehr auf sich zu laden, wird seinen Beitrag dazu leisten, jedes bestehende Geldsystem zu beschmutzen, je nach dem, wie viel Dreck er an seinen Händen hat.
Wie verhält es sich nun mit dem Geld, das kontinuierlich an Wert verliert? Dem Geld, das die Menschen animieren soll, Geld auszugeben, statt es zu horten?
Ein Geldschein ist ein Schuldschein. Er zeigt – genau wie
das Kerbholz - an, dass mir jemand etwas schuldig ist. Wenn dieser Geldschein an Wert verliert, dann hieße das im übertragenen Sinne, dass die Schuld, die jemand mir gegenüber hat, kleiner wird bzw. schwindet, wenn ich nicht rechtzeitig
eine Gegenleistung einfordere. (Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden.) Dieses Geldsystem sagt also zum Gläubiger: „Sieh zu, dass Du Deine Ansprüche möglichst bald einforderst, damit wieder Frieden zwischen Dir und dem Schuldner
herrscht. Tust Du dies nicht, machst Du Dich selbst schuldig, weshalb Dir der Anspruch auf Schuldausgleich wieder genommen wird.“ Das bestehende Geldsystem sagt dagegen zum Gläubiger: „Vermeide, dass sich der Schuldner zu früh bei
Dir entschuldigt. Denn je länger Du das Begleichen der Schuld hinauszögerst, desto größer wird das Schuldgefühl bzw. die Schuld des Schuldners.“
Um es etwas biblischer auszudrücken:
Das
bestehende Geldsystem verleitet den Gläubiger dazu, einen eigennützigen Gott zu spielen, der sich umso besser fühlt, je mehr Sünder bei ihm Buße tun. Das Aufbürden und Einfordern von Schuld kann hier als Machtmittel missbraucht
werden. Geld ist Macht.
Das „Geldsystem mit Wertverlust“ dagegen hilft dem Sünder (Schuldner), seine Sünden auf Kosten des Gläubigers möglichst schnell wieder loszuwerden und zwar ohne, dass er dafür büßen muss. Das
hört sich an wie eine Generalabsolution für alle Schuldner. Wer die Zeche am Ende zahlt, ist entweder der Gläubiger (sofern er sein Geld nicht schnell genug ausgibt) und/oder die Natur (siehe unten!), die sich aber irgendwann rächt und
uns am Ende alle bezahlen lässt (mit unserer Gesundheit und unserem Leben). Ich frage mich auch, welcher selbsternannte Gott den Schuldnern auf Kosten der Gläubiger die Absolution erteilen wird und ob er sich so sehr vom selbsternannten
Gott des derzeitigen Geldsystems unterscheidet.
Fragt sich nun, wo die Haken bei dem „Geldsystem mit Wertverlust“ liegen. Welche Nachteile hat es?
Zum Beispiel den, dass das Geld die Rolle eines Schwarzen Peters
(Sündenbock) erhält, den man möglichst schnell wieder loswerden möchte, indem man ihn anderen unterjubelt. Da der Mensch mit der Einführung eines neuen Geldsystems nicht gleichzeitig seine Eigennützigkeit sowie sein Machtstreben usw.
verliert, verlagern sich diese Eigenschaften dann lediglich auf andere Objekte. Zum Beispiel irgendwelche Güter, die sich gut eignen, Macht auszuüben. Erdöl, Erdgas, Trinkwasser, Lebensmittel, Immobilien, etc. Elementare Dinge also, die
meist überlebensnotwendig sind, weil sie uns Energie zuführen oder uns Schutz und Sicherheit bieten, usw. Gerade diese Güter sind es, die auch jetzt verstärkt ins Gerede kommen. Energiekosten, Trinkwasser, Handel mit Emissionsrechten,
Genfood, Hybride, etc. Ist es ein Zufall, dass man auch jetzt wieder über eine bevorstehende Geldentwertung spricht?
Eine wachsende Konzentration auf bzw. eine wachsende Wertschätzung für elementare Güter läuft synchron mit
einer sich verringernden Wertschätzung für Geld. Also einer Abwertung des Geldes. Während – wie gesagt – eine Abwertung des Geldes (Geldsystem mit Wertverlust) ein wachsendes Interesse an elementaren Dingen bewirkt.
Ein weiterer Nachteil des „Geldsystems mit Wertverlust“:
Die Menschen werden nicht nur zum Konsum animiert, sondern schon fast dazu genötigt. Sie beginnen auch dann zu konsumieren, wenn sie momentan kein Bedürfnis danach
verspüren. Damit sie nicht das Gefühl haben müssen, im letzten Monat umsonst gearbeitet zu haben, beschäftigen sie sich pausenlos damit, wo sie ihr Geld als nächstes loswerden können. Dies führt nicht nur dazu, dass noch mehr
überflüssige Dinge gekauft werden, als bisher schon, sondern auch dahin, dass man geneigt ist, Dinge zu bezahlen, die man früher nur geschenkt genommen hätte. Dann kauft man sich halt schnell mal einen fünften Fernseher - könnte ja
sein, dass die anderen vier demnächst die Grätsche machen – oder einen Plastikkugelschreiber mit Werbeaufdruck für 5 Euro. Denn: besser, das Geld ausgeben, als es wertlos werden zu lassen.
Um das Geld wieder mit der Sprache zu
vergleichen, animiert dieses System dazu, pausenlos zu quatschen. Und zwar auch dann, wenn es eigentlich nichts zu sagen gibt. Dieses System gliche früher oder später einem Menschen, der zwanghaft redet, weil er glaubt, er würde an Wert
verlieren, wenn er es nicht täte (Reden aufgrund eines Minderwertigkeitsgefühls). Solche Menschen wirken oft seicht und oberflächlich.
Das System führt vermutlich irgendwann zu blindem Aktionismus und Überschleunigung sowie zu
einem noch extremeren Raubbau an unseren Ressourcen. Denn statt Papier, Plastik und Zahlen im Computer (Geld) will ich als Gegenleistung für meine Arbeit ja dann etwas Handfestes (Güter). Und dieses Handfeste verschlingt sicher mehr
Rohstoffe, als Papier, Plastikkarten und Zahlen im Computer.
Dowjones schreibt:
„Ein Völkchen von Möchtegern-Weltverbesserern hat sich dort zusammengefunden, um gegen den Zins zu wettern, … usw. … Aber angeblich
steckt er ja überall drin, der Zins, und spült die Kröten in die Taschen derer, die …“
Der Zins, der überall drin steckt
Dass dieser Zins nicht nur „angeblich“ überall drin steckt, sondern ziemlich sicher, das
glaube ich auch. Denn dieser zunächst verborgene, nicht gleich offensichtliche Zins, entspricht unserer versteckten Schuld. Der Schuld also, der wir uns nicht bewusst sind bzw. für die wir unsere Augen etwas weiter öffnen müssen, um
sie zu erkennen.
Und dass sich diese Schulden und Zinsen so drastisch vermehren, hat damit zu tun, dass sich die Gesellschaft als Ganzes viel zu Schulden hat kommen lassen. In diesem Schuldenberg stecken nicht nur die selbst
begangenen Sünden der heutigen Weltgesellschaft, sondern auch deren Erbsünden. Und mit diesen Erbsünden wurde jede Generation in der Vergangenheit und wird jede Generation in der Zukunft konfrontiert. Und von dieser Schuld der
Gesamtgesellschaft sollte jeder seinen Teil tragen, sofern er auch die Vorzüge dieser Gesellschaft nutzen möchte.
NoPasaran schreibt:
„Dieses System, das wir hier haben, beruht – unter anderem, und prominent – darauf,
dass Schulden gemacht werden.“
Da stelle ich mir die Frage:
Sind Schulden etwas Schlechtes? Im Grunde eigentlich nicht. Nur die Schulden, mit denen Missbrauch getrieben wird, sind schädlich. Denn solange ich in dieser Welt
lebe und von anderen etwas bekomme, bin ich diesen anderen etwas schuldig. Und umgekehrt – so oft ich anderen etwas gebe, sind diese anderen mir etwas schuldig. Es handelt sich schlicht und einfach um den Austausch von Geben und Nehmen
und der kann für beide Tauschpartner sehr bereichernd sein.
Außerdem stelle ich mir die Frage:
Ist es möglich, Schuld und Schulden aus der Welt zu schaffen?
Vermutlich nur, wenn jeder nach bestem Wissen und Gewissen
versucht, seine eigene Schuld zu tilgen und evtl. anderen dabei hilft, deren Schuld zu tilgen, ohne sich bei dieser Hilfe selbst wieder etwas zu Schulden kommen zu lassen.
Viel Vergnügen bei dieser heroischen Aufgabe! (zurück)
Dat.: 18.12.2005
Liebe auf Be-Stellung
In den letzten Jahren besuchte ich zwecks Erfahrungsaustausch hin und
wieder die Meetings einer Gruppe von Astrologinnen. Bei diesen Meetings wurde von Zeit zu Zeit das Planetenstellen durchgeführt, eine Art astro-therapeutische Technik, die an die Familienaufstellung von Bert Hellinger angelehnt ist.
Ich stand diesem Planetenstellen zunächst etwas reserviert gegenüber, da ich ihm nicht viel abgewinnen konnte und das Ganze eher für einen esoterischen Spleen hielt. Dennoch musste ich im Laufe der Zeit die Erfahrung machen,
dass das Planetenstellen auf meine Psyche sowie auf mein Verhältnis zu den Teilnehmerinnen eine mitunter recht gravierende, teils körperliche Wirkung hatte.
Bei einem dieser Planetenstellen passierte eines Tages folgendes:
Die Initiatorin legte das Horoskop einer Teilnehmerin kreisförmig auf dem Boden aus und bat dann nach und nach die anderen Teilnehmer darum, den jeweils zugewiesenen Planetenstandort einzunehmen und die daraus folgende Befindlichkeit zu
beschreiben.
In Kürze erklärt, sah dies in etwa folgendermaßen aus: Teilnehmerin A betrat den Kreis und nahm die Position des Mondes ein. Daraufhin beschrieb sie ihre Befindlichkeit. Nun betrat die zweite Teilnehmerin (B) den Kreis
und nahm die Position Plutos ein. Beide Teilnehmerinnen beschrieben nun ihre Befindlichkeit sowie ihr Verhältnis zueinander. Irgendwann kam auch ich in den Kreis, nahm die Position der Venus ein – warum auch immer – und beschrieb
meine Befindlichkeit sowie mein Verhältnis zu Mond (Teilnehmerin A) und Pluto (Teilnehmerin B). Und umgekehrt beschrieben auch A und B ihr Verhältnis zu mir. Bis zu diesem Zeitpunkt ereignete sich noch nichts Bedeutendes, außer, dass A
und B eine gewisse Sympathie füreinander empfanden.
Doch dann schlug eine Teilnehmerin vor, ich solle die Position der Venus verlassen und die Position Plutos einnehmen. Dies tat ich dann auch, worauf sich meine körperliche und
seelische Befindlichkeit derart änderte, dass ich mich sehr lebendig und vital fühlte. Da ich nun als Nächstes mein Verhältnis zur Teilnehmerin A (Mond) beschreiben sollte, schaute ich zu ihr hinüber. Ein offenes und sehr
sympathisches Lächeln lag auf ihrem Gesicht und während ich sie ansah, geschah etwas Wunderbares. Wie durch eine plötzlich geöffnete Tür, strömte ein Gefühl unermesslicher Liebe in meine Brust und erfüllte mich mit
leidenschaftlichem Glück. Diese Liebe, dieses Glück, diese Leidenschaft waren so vollkommen und rund, wie ich es nie erlebt hatte. Gleichzeitig wusste etwas in mir, dass diese Gefühle nichts mit der jetzigen Frau zu tun hatten, die mir
hier und heute gegenüberstand, und sie hatten auch nichts mit der Person zu tun, die ich bis zu diesem Moment gewohnt war, zu sein. Mein gewohntes (kleines) ICH war wie ein sich wundernder, urteilender Gastgeber, der diesem anderen,
unermesslich großen Teil die Tür aufhielt. Ich konnte mich kaum beherrschen, so stark fühlte ich mich zu dieser Frau hingezogen. Und schließlich wollte ich mich auch nicht mehr beherrschen. Ich lief zu ihr hinüber und schloss sie
leidenschaftlich in die Arme und wünschte alle anderen Teilnehmerinnen augenblicklich dorthin, wo der Pfeffer wächst, nur um mit dieser Frau alleine zu sein.
Ich möchte nun nicht die Liebestragödie beschreiben, die sich im
weiteren Verlauf des Planetenstellens ergab, sondern lediglich erwähnen, dass dieses immense Liebesglück etwa 10 Minuten lang anhielt, bis es von den anderen Teilnehmerinnen zerredet und dadurch zerstört wurde. Jedoch blieb die Tür in
mir noch tagelang einen kleinen Spalt geöffnet, durch den ein Hauch jener großen Liebe hereindrang, die ich erlebt hatte. Und manchmal schien es mir auch so, als gäbe es eine Möglichkeit, diese Tür nach Belieben zu öffnen und zu
schließen.
Erwähnenswert ist noch, dass die Liebe nicht einseitig war, sondern auch in Teilnehmerin A ganz ähnliche Gefühle mir gegenüber ausgelöst wurden. Man könnte also sagen, wir hatten während des Planetenstellens eine
Liebesbeziehung. (zurück)
31.01.2006
Aus den Yoga-Aphorismen des Patanjali
Kapitel 3 / Psychische Kräfte
Vers 17
Durch Anwendung des samyama auf Wort, Bedeutung und Erkenntnis, die für gewöhnlich vermischt sind, entsteht Wissen um alle tierische Laute.
Vers 21
Durch Anwendung des samyama auf die Körperform, wird dadurch, dass die Wahrnehmbarkeit der Form aufgehoben und das Sehvermögen des Auges abgesondert wird, der Körper des yogin unsichtbar. (zurück)
siehe auch: Die Nibelungen
Dat.: 16.04.2006
Das 2. Buch Mose und die Nibelungensage
Der Auszug der Israeliten aus Ägypten und ihre Suche nach dem gelobten Land beschreibt m.E. nichts anderes als einen klassischen spirituellen Entwicklungsweg, wie
er in vielen Kulturen auf unterschiedliche Art erzählt wird. Um was es jeweils geht, ist im Prinzip gleich, nur die verwendeten Bilder sind unterschiedlich. Ob Nibelungensage, Yoga-Aphorismen des Patanjali oder das 2. Buch Mose –
es ist im Grunde dasselbe.
Der Mensch als Gefangener (seiner Kultur, seines Weltbildes, seiner Moralvorstellung, seiner Lebensumstände, etc), der Mensch als Opfer der Fremdbestimmung (= Pharao). Er entschließt sich, sich aus seinen
Zwängen zu befreien (= Auszug aus Ägypten). Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los (=Pharao verfolgt das geflohene Volk). Das bewusst ICH WILL (= Moses, der Führer) teilt deshalb die Tiefen des Unterbewusstseins (= Rotes Meer)
mit Hilfe seines Willens und seines Verstandes (= Stab = Zauberstab = Element Feuer u. Luft = Wille u. Verstand). Er trennt also (= analysiert) sein Seelenleben (= Meer) und ergründet es (= die Wassermassen teilen bis zum Grund). Auf
diese Weise kann der Mensch, ohne im Chaos seiner Gefühlswelt unterzugehen (= trockenen Fußes) , die ihn fremd bestimmenden Mächte (= das Heer des Pharao) abschütteln. Jetzt ist der Mensch zunächst mal frei von seiner Vergangenheit (=
Pharao u. Heer ertrunken), aber noch lange nicht am Ziel seiner spirituellen Entwicklung. Er muss zunächst Selbstgenügsamkeit, Entbehrung, Askese auf sich nehmen (= durch die Wüste gehen) und natürlich auch Einsamkeit ertragen.
Schließlich ist der spirituelle Weg ein ganz persönlicher. Man ist allein. Es geht ja darum, sich aus der Fremdbestimmung zu lösen. Doch der Geist (= Moses) ist willig, das Fleisch (= Volk) ist schwach (= die Israeliten sehnen sich nach
ihrer Gefangenschaft zurück, weil der Weg durch die Wüste karg und reich an Entbehrungen ist). Schließlich kommt auch der Berg Sinai ins Spiel.Der Berg – ein klassisches Bild für die spirituelle Entwicklung und eine Entsprechung zu
SATURN (= Gesetz, Meisterschaft, Disziplin, Arbeit, etc.). Doch auch nach einem solch langen Weg der spirituellen Entwicklung ist der Mensch noch anfällig für das, was früher für ihn wichtig war, was er anbetete (= das goldene Kalb).
Doch schließlich ist es soweit. Der Mensch steht an der Schwelle zur spirituellen Freiheit/Nirwana (= gelobtes Land, in dem Milch und Honig fließen). Und was muss passieren, bevor der Mensch ins Nirwana eingeht? Das alte ICH, aber
auch alle anderen alten Seelenanteile, müssen sterben. Deshalb stirbt hier Moses (= Führer) und alle anderen der alten Generation ebenfalls. Sie dürfen das gelobte Land nicht betreten.
Der Held Siegfried aus der Nibelungensage
ist im Grunde mit Moses vergleichbar. Nur mit dem Unterschied, dass Siegfried scheiterte, bevor er das Nirwana (=das gelobte Land) erreichte. Wäre Moses nach seiner Rückkehr vom Berg Sinai von den Israeliten getötet worden – z.B. weil
sie seine „Wüstenexpedition“ satt hatten – dann entspräche dies der Ermordung Siegfrieds durch Hagen. (zurück)
Dat.: 27.02.2010
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